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... stoben aus der geöffneten Tür und Sam spürte winzige Nadelstiche auf ihrem Körper, da, wo die Glut ihre Haut verbrannte. Sie wich zurück. Immer mehr Gebälk stürzte herunter. Der Widdermann hielt erneut den Rand des Altars umklammert und stieß sein wütendes Geheul aus.
Sam wirbelte herum und floh mit Tamara in die Nacht. Sie brauchte dringend ein Auto. Mit ihrer Last kam sie nicht schnell genug voran. Sie überlegte fieberhaft, auf welcher Seite der Farm die Carports standen. Sie rannte nach links. Hinter ihr fiel fauchend und tosend die Kathedrale zusammen.


Mit schweren Beinen stieg Sam Stufe um Stufe hinauf. Die schwarze Ledermappe hielt sie wie ein Schutzschild fest an die Brust gedrückt. Die Anspannung fiel von ihr ab und tiefe Erschöpfung überfiel sie. Das Schwein war tot. Sam's Blase drückte schmerzhaft. Erst auf Klo und dann einen Eimer kühlen Wassers. Ihre Zunge klebte trocken am Gaumen. Sam hatte einen furchtbaren Geschmack im Mund.
Die Treppe endete mitten in einem großen Raum. Neben Waschmaschine und Trockner stand eine Bügelstation mit geblümten Bezug. Summersby's Waschküche. Neugierig betrachtete sie die akkurat an der Wäscheleine befestigte Unterwäsche. Sam lächelte matt. Weißer Feinripp - wie passend.
Nach der Waschküche folgte eine lange Diele. Sam öffnete eine Tür nach der anderen. Bei der zweiten hatte sie Glück. Das Gäste-WC. Sam schaltete das Licht in dem fensterlosen Raum ein. Alles war sauber. Sam erleichterte sich mit seeligem Gesichtsausdruck. Als sie sich am Waschbecken die Hände wusch, sah sie ihr Gesicht im Spiegel. Das Haar hing in stumpfen Strähnen herunter. Dunkle Ringe lagen unter ihren Augen. Die Haut war rotgefleckt. Sam trank gierig Wasser aus dem Hahn und wusch sich das Gesicht. Besser.
Ohne Eile setzte sie ihren Rundgang fort. Es erstaunte sie, dass ein Monster wie Summersby über einen so guten Geschmack verfügte. Das großzügige Holzhaus war mit freundlichen, warmen Tönen eingerichtet. In der gemütlichen Profiküche riss Sam eine Packung Kekse auf und stopfte sie sich heißhungrig in den Mund. Mit der Kekspackung in der Hand setzte sie ihren Erkundungsgang fort. Die Küche war in den Wohnbereich integriert. Es schloss sich ein heller, riesiger Esstisch mit 10 Stühlen an. Sam runzelte die Stirn. Sie konnte sich kaum vorstellen, dass Summersby hier Freunde bewirtete. Wie konnte so ein Monster Freunde haben?
Sam schob sich einen weiteren Keks in den Mund. Vielleicht hat er  ...
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©Barbara Nachtweg
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