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... Schluck Wasser gegeben. Sie zählte langsam bis 100 und sah sich die Instrumente auf dem Tisch an. Skalpellartige Klingen, Klammern und Pinzetten lagen aufgereiht wie Zinnsoldaten da.
Sie wählte ein Instrument mit skalpellartiger Klinge - war es vielleicht sogar ein Skalpell? Mit medizinischen Instrumenten kannte sie sich nicht aus. Aber wer sollte ihr die falsche Bezeichnung auch übel nehmen? Im Sitzen konnte sie die Klinge nicht erreichen. Stellte sie sich in gebückter Haltung hin, bildeten die Stuhlbeine eine unüberwindbare Barierre.
?Denk, denk, denk - wirf den Tisch um und leg dich mit dem Stuhl auf den Boden.? Das Umwerfen des Tisches war ein Klacks. Sie beugte sich nach vorne und benutzte die Stuhlbeine, um den Plastiktisch umzustoßen. Der Tisch kippte scheppernd um und die Instrumente verteilten sich auf dem Boden. Um die Klinge zu erreichen, musste sie sich mit dem Stuhl auf den Boden legen. Dies gestaltete sich ungleich komplizierter. Sie hopste um den liegenden Plastiktisch herum und brachte sich in Nähe der Klinge in Position. Mit welcher Methode würde ihr Körper am wenigsten Schaden nehmen? Skeptisch musterte sie den harten Betonboden. Ließ sie sich vornüber fallen, würden ihre Knie in Mitleidenschaft gezogen und sollte sie dabei das Gleichgewicht verlieren, ungebremst auf ihrem Gesicht landen.
Sie zögerte - gleich drei Körperteile - sie war pragmatisch genug veranlagt, um über weitere Alternativen nachzudenken. Seitlich mit dem Stuhl umkippen - Schulter und Arm würden sicher verhindern, dass sie sich den Kopf anschlug. Wenn sie Glück hatte, kam sie mit ein paar Prellungen davon. Als Linkshänderin entschied sie sich für die rechte Seite. Auf eine eingeschränkte Funktionstüchtigkeit ihres linken Arms wollte sie nicht verzichten. Sie atmete tief durch, lehnte sich ein Stück nach links, um Schwung zu holen und warf ihren Oberkörper mit einem Ruck nach rechts.

Der Stuhl kippte über die rechten Stuhlbeine und schlug krachend auf dem Boden auf. Ihr schriller Schrei hallte von den Wänden zurück, als sich die rechte Seite der Stuhllehne schmerzhaft in die Innenseite ihres Oberarmes bohrte. Die gequetschten Nervenenden sangen ?Halleluja?. Schnell drehte sie sich in eine kniende Position, um den Druck auf den Oberarm zu entlasten. Heftig atmend gestattete sie sich einen kurzen Moment der Ruhe. Vorsichtig ließ sie sich auf die rechte Seite gleiten, und schob sich nach hinten, in Richtung der skalpellartigen Klinge.
Es  ...
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©Barbara Nachtweg
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