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... etwas Blut über seine Schläfe. Der Mann stöhnte. Unter seinen Achseln hatten sich riesige Schweißflecken auf seinem mitternachtsblauen Seidenhemd ausgebreitet. Die beigefarbene Hose war ihm zusammen mit seiner Unterhose bis runter an die Knöchel gerutscht und fiel auf seine teuren, handgenähten italienischen Schuhe. Der Mann war fett, mit einer gewaltigen Wampe, die ihm im Sitzen bis auf die Oberschenkel fiel. Sein Schwanz war zusammengeschrumpft und unter dem riesigen Bauch nicht zu sehen.
Sam ging vor ihm auf und ab und strich sich fahrig eine Strähne aus der Stirn. Ihr Atem ging heftig und stoßweise, als habe sie soeben einen 200 m Sprint absolviert. Trauer lauerte wie ein zusammengekauerter schwarzer Schatten in der hintersten Ecke ihres Denkens, bereit, sie jeden Augenblick wie ein Raubtier anzuspringen. Sie fürchtete, den Verstand zu verlieren, sollte sie sich gestatten, ihrer Trauer nachzugeben.
Ein Ruck ging durch ihren Körper. Sie hockte sich vor den Mann und zog an der Schnalle seines Gürtels, bis sie den Gürtel ganz in Händen hielt. Der Mann nuschelte ein undeutliches ?Was??
Schweigend schnitt sie seine Hosen in der Mitte mit der Heckenschere durch. Wie gut dieses rostige Ding noch funktionierte. Sie fesselte seinen rechten Fuß mit Hilfe des Gürtels an ein Stuhlbein. Schweigend richtete sie sich auf, zog ihren Gürtel von der Jeans und fesselte auch seinen linken Fuß an den Stuhl. Der Mann hob den Kopf und sah sie panisch an. ?Bitte, ich bin verletzt. Ich brauche Hilfe ...?

Sam spürte, wie etwas in ihrem Verstand leise riss. Mit einer katzenhaften Bewegung griff sie dem Mann in sein volles Haar, zog seinen Kopf ruckartig in den Nacken und brachte ihre Lippen ganz dicht an sein linkes Ohr. Sie roch seinen sauren Schweiß und teures Aftershave.
?Du bekommst hier jede Hilfe, die du verdienst? zischte sie ihm zu. Der Mann blickte gehetzt zum Fenster, dann zur Tür.
?Bitte, ich habe Geld, ich gebe dir, was du willst, du kannst aus diesem Drecksloch raus und dir ein Leben im Luxus leisten ...? beschwor er sie.
?Du besitzt nichts, was du mir geben könntest. Bis auf eine Sache ...?
Der Mann leckte sich hektisch seine wulstigen Lippen. ?Alles, alles was du willst ...?
Sam's Blick war hart wie Stahl. ?Mit wie vielen Fingern deiner rechten Hand hast du sie berührt??
Der Mann blickte sie verständnislos an. ?Was??
Sam wiederholte die Frage langsam, als ob sie zu einem begriffsstutzigen Kind spräche. ?Mit wie vielen  ...
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©Barbara Nachtweg
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