eBooks, Romane, Kurzromane, Kurzgeschichten & Sachtexte hier vollständig online lesen.
|
Kurzromane
|
|
|
| Spannungskurve: Lesen & bewerten Wertung der anderen Leser:
Spannungskurve
Anzahl Leser
zu wenig Daten
91 % gelesen
|
|
|
 |
... totenstill. Was gab es hier so unheimliches? Sie zitterte und erwartete voller Unbehagen den nächsten Morgen.
Sie Sonne kam bestimmt. Wie jeden Morgen dauerte es nicht lange, bis sie mit voller Gewalt auf das karge Land prasselte. Sylvia schleppte sich unermüdlich vorwärts. Ihre Vorräte waren gestern Abend zur Neige gegangen. Wenigstens hatte sie jetzt nicht mehr so viel zu schleppen. Die kochende Luft flimmerte über dem staubigen Sandboden. Doch manchmal verschwamm ihr das Bild inzwischen auch vor den eigenen Augen. Bunte Sterne tanzten und verschleierten ihren Blick. Wie weit konnte es denn noch sein, verdammt noch mal?
Doch aus der Einöde kam keine Antwort. Selbst ihre nervende inner Stimme hatte schon beängstigend lange die Klappe gehalten. Vielleicht hatte sie ja recht gehabt? Es kam einer unschuldigen Verurteilung gleich, was Sylvia ihrer Familie angetan hatte. Dazu bestimmt, in der Wüste zu verenden. Das gleiche Schicksal, wie es noch vor ihr lag. Shit! Am Ende hatte sie wirklich nichts anderes verdient.
Mit schwindenden Kräften kroch sie den Hang einer weiteren Sanddüne empor. Der Kamm ragte über die umliegenden Dünen hinaus und beinahe hätte sie es übersehen. Es dauerte einige Momente, bis die Information von ihrem Gehirn verarbeitet wurde. Da war etwas! Etwas von Menschen Erbautes. Wie elektrisiert sprang Sylvia auf und stürmte los. Auf dem nächsten Kamm sollte sie es schon deutlicher erkennen können.
Das Schnappen der Falle
Doch als sie dort angekommen war, erstarrte Sylvia. Das war unmöglich! Sie sah noch einmal hin, doch an dem Bild änderte sich nichts. Sie starrte auf eine Palisadeneinfriedung. Dahinter lag eine kleine Oase. Oh Gott, das darf nicht wahr sein, oder. Aber wäre ihr Geist lieber in der Wüste vertrocknet, als jetzt hierher zurückzukehren. Was konnte sie ihren Herrschaften erzählen? Gab es überhaupt eine Rechtfertigung für das unverschuldete Todesurteil, welches sie über die Bewohner dieser Oase verhängt hatte? Sie kniff die Augen zusammen. Nein! Sie würde niemals dort hinunter gehen! Doch ihre Beine strebten bereits der Einfriedung entgegen.
Sie passierte den Eingang. Alles schien noch genauso, wie zum Zeitpunkt ihrer Flucht. Völlig unberührt. Im Hof hatten sich Sandverwehungen gebildet. Die Haustür stand sperrangelweit offen. Sie trat ein.
„Hallo?“
Doch im Haus war es totenstill. Sie schwankte zur Küche, durchsuchte das Esszimmer, danach die Schlafräume. Nirgends ...
Seite: 63 von 69
©Anthony Tinamis
|
 |
|
Registrierter Amazon-Partner
Gesamtkatalog hier durchsuchen
|