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Roman
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... erreichen und von dort aus direkt nach hause fliegen. Ich habe sogar ein paar von deinen Kleidern und Utensilien mitgebracht. Es ist an alles gedacht." In seiner Begeisterung merkte Kai gar nicht, daß Lena immer stiller wurde. Bald hatten sie den Bootssteg erreicht und wie Kai gesagt hatte, warteten bereits Botschaftsangestellter und Feluke auf sie. Lena kam es vor, als ob sie sich selber in einem Film beobachten würde. Alles war plötzlich so wirklichkeitsfremd. Der Mann drückte ihr ihren Paß in die Hand und Kai nahm sie beim Arm, um sie zur Feluke zu führen. Kai stieg zuerst auf die schwankenden Planken und als er ihr die Arme entgegenhob, um ihr beim Einsteigen behilflich zu sein, sah sie vor ihrem inneren Augen ein ganz anderes Gesicht. Sie sah langes schwarzes Haar und tiefdunkle, melancholische Augen. Sie schüttelte den Kopf, wie um die verschwommenen Gedanken abzuschütteln und betrat das Boot.
Die Entscheidung
Die Dunkelheit hatte sich über das Land gesenkt und die Lichter der Stadt malten glänzende Bahnen auf das schwarze Wasser des Nils. Als das Boot ablegte, ergriff eine tiefe Traurigkeit Besitz von Lena. Völlig unerwartet vernahm sie aus der Dunkelheit eine heisere, kaum vernehmbare Stimme, die ihren Namen rief. Zuerst dachte sie, sie hätte sich getäuscht, doch etwas in ihr zwang sie, sich umzuwenden und zurückzusehen. Da stand eine einsame, hochgewachsene stolze Gestalt auf dem Steg und von einer Sekunde zur anderen wußte Lena, was sie zu tun hatte. Ohne zu zögern stürzte sie sich in die dunklen Fluten und schwamm die wenigen Meter zurück zum Ufer. Retenu reichte ihr die Hand und zog sie zu sich herauf. In einem ungläubig glücklichen Lächeln blitzten seine weißen Zähne in der Dunkelheit auf und dann versanken die beiden dunklen Gestalten in einen langen Kuß. Kai hatte die Szene von der Feluke aus beobachtet und stand starr am Heck des Bootes. Dann gab er mit entschlossener Miene dem Bootsführer einen Wink, die Fahrt fortzusetzen. Kai wandte den Blick auf den Nil und blickte sich nicht mehr um
ENDE
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©Elena Merz
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