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Roman
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... gesehen." "Warum hast du mir nichts gesagt?" fragte Lena vorwurfsvoll. "Mein Kind, was hätte dir das genutzt? Du hättest dich nur vorher schon verrückt gemacht und womöglich beim Tanz die Nerven verloren. Lena, denk doch daran, sie dürfen dir nichts tun. Nicht solange du im Hause Assiz weilst. Du stehst unter dem Schutz des Schaichs und Retenus." Lena senkte den Kopf und bemerkte leise: "Des letzteren bin ich mir nicht mehr so sicher."
Der Tempel bei Nacht
Der nächste Morgen ging ereignislos vorüber, aber mittags stürmte plötzlich Merit ins Zimmer, schnappte sich Lena und zog sie ungeduldig zu der Kleidertruhe. "Du mußt dich ganz schnell schön machen! Er lädt dich zu einem Ausflug ein!" Lena blieb stehen, störrisch wie ein Esel und fragte verwirrt: "Wer lädt mich wohin ein? Was ist denn überhaupt los?" Begütigend wie bei einem begriffsstutzigen Kind sprach Merit auf sie ein: "Retenu, er lädt dich ein! Und zwar zu einem Ausflug nach Luxor. Näheres hat man mir nicht mitgeteilt, nur das es gleich losgeht. Also beeile dich!" Jetzt hatte Merits Aufregung auch Lena ergriffen. Sie sagte kein Wort, aber das Leuchten ihrer Augen genügte um Merit ein vielsagendes Lächeln zu entlocken. Sie begann Kleider aus der Truhe zu kramen, während sich Lenas Gedanken überschlugen. Nach Luxor war man über 6 Stunden unterwegs. Sie konnten unmöglich heute noch nach Assuan zurückkehren. Wahrscheinlich würden sie dort übernachten müssen, so blieb ihr viel Zeit um sich womöglich doch noch mit Retenu zu verständigen - auch wenn sie noch nicht genau wußte, wie eine Einigung zwischen ihnen wohl aussehen könnte. Luxor! Das Tal der Könige. der Tempel der Hatschepsut. Wie lange hatte sie davon schon geträumt? Vor lauter Begeisterung fiel Lena gar nicht auf, dass sie keinen Gedanken an die Möglichkeiten zur Flucht verschwendete, die ihr ja dieser lange Ausflug bieten musste. Merit riß sie rücksichtslos aus ihren Träumereien: "Beeile dich, Kind, der Herr wartet schon auf dich!". Merit wählte für diesen Ausflug ein schlichtes, langes schwarzes Kleid aus, welches keinen Anlaß zum Anstoß bieten würde. In Ägypten waren die Ansichten über knappe Frauenbekleidung noch immer überaus konservativ. Merit scheuchte das Mädchen vor sich her durchs Haus und auf die gekieste Auffahrt. Der Wagen war inzwischen vorgefahren. Es war dieselbe Limousine, mit der sie auch von der Sklavenauktion weggebracht worden war, nur diesmal öffnete ihr der Chauffeur höflich die hintere Tür und mit einem ...
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©Elena Merz
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