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Roman
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... uniformierte Polizisten durch das Gewühl und die angehenden Käufer, viele von ihnen prominente Gesichter in Assuan, versuchten unerkannt zu entkommen. Immerhin war die Sklaverei ein verbotenes Metier, auch wenn sie in diesem Lande zum großen Teil still geduldet wurde. Es würden wohl keine Festnahmen und großartige Strafen auf diese Aktion folgen, aber man wollte doch nicht unbedingt damit in Zusammenhang gebracht werden. Die einzigen, welche mit Konsequenzen rechnen mußten - wenn sie erwischt wurden - waren die Mädchenhändler und eventuell der Auktionator. Die Polizisten versuchten auch vorwiegend den großen Nubier zu erwischen, denn mit der einheimischen Prominenz wollte sich auch die Justiz nicht anlegen.
Unerwartete Befreiung
Lena stand unentschlossen auf der Bühne und beobachtete verwirrt das Chaos, das um sie herum herrschte. Sie konnte Retenu nirgends mehr entdecken. Da legte sich eine Hand von hinten sanft auf ihre Schulter und Lena wirbelte herum, in der Hoffnung in seine Augen zu blicken. Als sie aufblickte wurde ihr beinahe schwarz vor Augen, so groß war die Überraschung. Mit allem hätte sie gerechnet, nur damit nicht. Wortlos sank sie in Kais Arme und sah nicht die schlanke Gestalt, die ganz in der Nähe der Bühne stand und sie beide beobachtete. Resigniert raffte Retenu seinen Umgang um sich und entfernte sich mit langsamen Schritten.
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Lena konnte es immer noch nicht glauben. Sie saß eng an Kai geschmiegt in einem Taxi und hörte sich die wundersame Geschichte ihrer Rettung an. Kai erzählte ihr von den vergeblichen Ermittlungen der Polizei. Auch über die Verzweiflung und die Wut, die ihn und ihre Großmutter ergriffen, als ihnen die Ergebnislosigkeit der Ermittlungen klarwurde. Schließlich berichtete er von dem Privatdetektiv Kuna, der sein Geld anscheinend wirklich wert war. Der Mann verriet nicht wie, aber er hatte es geschafft, Lenas Spur bis nach Ägypten zu verfolgen und nach längerer Zeit sogar ihren Aufenthaltsort zu erfahren. Natürlich konnte er nicht einfach in die Villa Assiz marschieren und sie herausholen. So war er jeden Tag um das Grundstück geschlichen und hatte mit jedem Diener, der das Haus betrat oder verließ, ein Gespräch angefangen. Als harmloser Tourist getarnt, hatte er auch nicht deren Mißtrauen erregt und sie hatten munter über das Leben innerhalb der Mauern berichtet. So hatte Kuna eines Tages erfahren, das ...
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©Elena Merz
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