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Kurzromane
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... ist das sehr gefährlich. Nur ein verzweifeltes Herz mag den Mut aufbringen, in das dunkle Haus des Minotaurus einzudringen.“ Tief sah er in Elenas Augen und er bat sie mit drängender Stimme nochmals: „Flieh mit mir, ich bitte dich. Und wenn du dich nicht gleich entscheiden willst, dann überlege es dir. Aber überlege es dir bald, wer weiß, wieviel Zeit uns noch bleibt.“ Elena sah ihn traurig an und nickte wortlos.
Das Verließ
Als Elena in dieser Nacht zum Tempelgelände zurückschlich, war ihr Herz voller Kummer. Wie sollte sie sich entscheiden? Sie liebte Angelo von ganzem Herzen und wollte nichts lieber, als ihr ganzes Leben ihm zu gehören. Doch auf der anderen Seite war ihre Familie, die sie immer gut behandelt und geliebt hatte, und da war ihr Versprechen dem Gott gegenüber. Würde sie nicht eine furchtbare Strafe treffen, auch wenn sie sich dem Urteil der Priester durch Flucht entzog? Würde der Zorn des Gottes, wenn er denn wirklich einer war, sie nicht treffen, egal wo sie sich verbarg? Sie hastete durch den Säulengang, der zu ihrem Zimmer führte, als sie sich grob an den Armen gepackt im eisernen Griff der Hohe-Priesterin wiederfand. Sie versuchte erst gar nicht sich zu wehren, sondern ergab sich demütig in ihr Schicksal. Ohne ein Wort zog die Priesterin sie rücksichtslos hinter sich her. Sie eilte mit ihr die Treppen hinab, die unter den großen Saal des Gottes führten. Dort riß sie eine schwere alte Holztür auf und stieß Elena in den muffig riechenden Raum dahinter. Die Tür wurde zugeschlagen und sie hörte einen Riegel einrasten. Elena tastete sich durch die Dunkelheit und fand eine Pritsche an der Wand, auf die sie sich vorsichtig niederließ. Erst jetzt brach das Elend mit seiner ganzen Macht über sie herein und sie begann hemmungslos zu weinen, bis ihre Augen brannten und ihre Schultern krampfhaft zuckten. Irgendwann mußte sie wohl vor Erschöpfung eingeschlafen sein, denn sie schreckte hoch, als die Tür schwungvoll aufgestoßen wurde und die Hohepriesterin gefolgt von zwei Männern den Raum betrat. Im Licht der Fackeln, die sie trugen, erkannte Elena den Hohepriester und den Heilkundigen der Männer. Als sie den Mund öffnete, um etwas zu sagen, gebot ihr die Priesterin mit einer herrischen Gebärde zu schweigen. Der Hohepriester und die Priesterin ...
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©Elena Merz
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