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Kurzromane
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... fantastische Träume abtun konnte; dann aber die Namensgleichheit zwischen Elena und meiner Vorfahrin, die in den Briefen meiner Oma erwähnt wurde, und letztendlich das Armband, das ich gerade jetzt immer wieder betrachten mußte. Es war natürlich nahezu unmöglich, dass es sich um dasselbe Stück handelte, die Ähnlichkeit jedoch war frappierend. Ich sank auf den hölzernen Lehnstuhl und rief meine Gedanken zur Ordnung, die wie Schmetterlinge durcheinander flatterten. Langsam setzte die beruhigende Wirkung des Gemäldes auf mich ein und mein Gedankenreigen wurde träger und ruhiger, bis ich die gewohnte Mattigkeit fühlte..
Verzweiflung
Angelo hatte viele Nächte vergeblich unter den Olivenbäumen auf Elena gewartet. Seine Sorgen hatte sich verdoppelt, als sie bei den nächsten Festspielen nirgends zu entdecken war und auch nicht auftrat. Da Angelo ja keinen Kontakt zu den Mädchen haben durfte, war es ihm unmöglich etwas über ihren Aufenthalt herauszufinden. Sosehr er auch nachdachte, ihm fiel nicht ein, wie er mit ihr in Verbindung treten könnte. Sein Herz lag ihm wie ein Stein in der Brust und nachts wälzte er sich schlaflos auf seiner Matratze und hatte schreckliche Visionen von blutüberströmten Gliedmaßen und schreckverzerrten Gesichtern. Es gab keinen Trost für ihn. Er wußte, daß die nächste Opfergabe für den Minotaurus schon in vier Wochen bei Vollmond fällig sein würde. Die Priester hielten sich streng an ihr Programm.
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Elena lag wach und schaute blicklos durch das kleine Fenster, wo am dunklen Himmel die Sterne funkelten und die Sichel des Mondes glänzte. Ihr Blick war wohl auf das Firmament gerichtet, doch in Gedanken sah sie nur Angelo`s geliebtes Gesicht vor sich, seine intensiven schwarzen Augen, die in ihr Herz zu blicken schienen. Seit dem Tage, als die Hohe-Priesterin sie nach ihrem unerlaubten Ausflug erwischt hatte, war sie in einen anderen Trakt des Tempels verlegt worden und stand unter ständiger Aufsicht. Nach und nach war sie zu der Ansicht gelangt, daß Angelo und der weise Perikles gar nicht so falsch liegen konnten mit ihren Vermutungen über den Stiergott. Heimliche Zweifel hatte das Mädchen ja schon immer gehegt; die Schadenfreude und Unfreundlichkeit der Priesterin ...
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©Elena Merz
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