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Kuppeln ist mein Gewerbe

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Kurzromane

 
1. Kuppeln ist mein Gewerbe
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... hatte anderes mit ihr vor.

Mit dreizehn hatte Vera viel Babyspeck, die altersüblichen Pickelchen und die gleiche Haarfarbe wie ihr Bruder Eberhard, der fünfzehn Jahre älter war als sie. Eberhard hatte wiederum die gleiche Haarfarbe wie Arry und das war der Schäferhund der Familie. Also nicht die Farbe, die sich Vera wünschte. Sie war der Sonnenschein ihrer Eltern und die Krönung der Bilderbuchfamilie, wenn sie am Sonntag den Spätzleteig knetete und mit der Gabel den Eischnee für den sonntäglichen Schokoladenpudding schlug. In ihrem kleinen, weißen Schürzchen, natürlich selbstgefertigt, mit Lochstickerei und Schattenstich geschmückt, war sie wirklich herzallerliebst anzusehen. Für die brave Hausfrauenarbeit gab es jeden Sonntag von Papa ein Fünfmarkstück und Vera als kleine, brave Schwäbin sparte. Wenn Mama und Papa gewusst hätten worauf, hätte es keins mehr gegeben.

Veras Vater fertigte in seinem Textilbetrieb Oberbekleidung für die elegante Dame, edel, hochwertig, aus Jahrhundertstoffen mit echten Wiener Kappnähten aber ohne Schick, eben brav, solide und gediegen. Diese Prachtexemplare von Kleidern und Kostümen wurden in eigenen Filialgeschäften vertrieben und es sollte so sein, dass Vera neben ihrem Bruder Eberhard diesen Weg weiter ging. Dies wäre vielleicht auch gegangen, wenn sich Veras Teufelchen nicht immer wieder bemerkbar gemacht hätte.

Vera legte brav ihre Mittlere Reife ab, hatte von Mama weitere Küchenkünste beigebracht bekommen und lernte jetzt das Schneiderhandwerk. Inzwischen ohne Babyspeck, schlank und groß, kämpfte sie immer wieder mit ihrem Teufelchen, bis es irgendwann, Anfang Mai, gewann. Die Mama hatte zum Muttertag ein neues Kostüm, edel aus Schurwolle, in zartem Rosé mit goldenen Knöpfchen, Schuhe nach der neuesten Mode, weiß, vorn spitz und hinten nur ein Riemchen, dazu ein weißes Täschchen und einen passenden Hut. In diesem Outfit waren ihr die bewundernden Blicke im sonntäglichen Hochamt garantiert. Und Vera? Ein Minikleid, oben nichts, unten nichts und aus Kunstfaser in Grasgrün, ihren ersten schwarzen Lidstrich, weißen Lippenstift und die Haare pechschwarz. Und so hatte sie Sonntagmorgen am Frühstückstisch ihren Auftritt. Der Papa knüllte seine Serviette, als ob er den Küchenfeudel auswringen würde und die Mama brauchte die doppelte Dosis an Tröpfchen für ihr Herz. Nur Eberhards Augen blitzten bewundernd. Das hätte er der Kleinen gar nicht zugetraut. Vera versuchte zu beschwichtigen:  ...
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©Linde Steiner
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