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... zuckte zusammen, als Anita ihre Hand mit sanftem Druck von der Arbeitsplatte löste.
?Kommen Sie, meine Liebe. Ich habe ihnen ein warmes Bad eingelassen. Einige Kleider aus meinen jüngeren Tagen liegen für Sie auf der Wäschekommode bereit. Sie sind zwar nicht topmodern, dafür aber sauber und ...? Anita musterte Sam's graue und zerrissene Gefängniskluft. ?... weniger auffällig.?

Sam stand unschlüssig vor der mit warmem Wasser und duftendem Schaum gefüllten Wanne. Wie lange war ihr letztes Bad her? Sie konnte sich nicht daran erinnern.
Hastig entledigte sich Sam ihrer schmutzigen Sachen und ließ sich vorsichtig in das Schaumbad gleiten. Wohlige Wärme umspülte ihren Körper. Sam lehnte sich zurück, schloss die Augen und versuchte, ihre Muskeln zu entspannen. Doch sobald sie die Lider schloss, sah sie Bilder wie Blitzlichtgewitter aus den Tiefen ihres Verstandes hochschnellen. Miguels Bruder auf dem Stuhl, in einer Lache seines eigenen Blutes, Lapuentes Körper zwischen den Gitterstäben, die nackte Li, schaukelnd auf dem Fußboden, Brutus schreckgeweitetes Gesicht, als sie ihm in die Brust schoss.
Sam griff das lindgrüne Stück Seife vom Badewannenrand und begann ihre Haut immer fester damit zu bearbeiten. Erst als ihre Haut von den Scheuerbewegungen stark gerötet war, schlug sie die Hände vors Gesicht und begann bitterlich zu weinen.


Sam riss die Ledermappe von ihrem Podest und klemmte sie sich unter den Arm. Wie viel Zeit war vergangen, seit sie an den Stuhl gefesselt in Summersby's Keller erwacht war? Fünf oder sechs Stunden, vielleicht noch mehr? Sam hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Die Stunden in diesen schrecklichen Räumen kamen ihr vor, wie eine Ewigkeit.
Sam eilte durch den purpurnen Vorhang, vorbei an der grausigen Wanne mit ihrem bemitleidenswerten Inhalt und zwängte sich an dem zerstörten Türrahmen vorbei in den Raum, in dem sie erwacht war.
Der Fußboden vor den Schränken war übersät mit den Dingen, die Sam aus den Unterschränken und Schubladen geschleudert hatte. Sie presste die schwarze Mappe an ihre Brust. So schnell würde sie das Ding nicht aus der Hand legen. Immerhin könnte dies ihre Fahrkarte aus Summersby's Gefangenschaft sein. Sam's Augen glitten über das Durcheinander. Keine Axt, kein Beil. Logisch, sonst hätte sie den Türrahmen nicht mit dem Schädelöffner bearbeiten müssen. Doch der lag funktionsunfähig irgendwo bei der Tür. Sam's Blick fiel auf den Infusionsständer, mit dem  ...
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©Barbara Nachtweg
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