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... wer das ist, sind wir über alle Berge.?
Brutus eilte zu Lapuentes Bücherregal und drückte auf den Lederrücken eines dunkelroten Buches. Ein Teil der Wand schwang auf und gab den Blick auf einen Tresor frei. Mit fliegenden Fingern drehte Brutus den Knopf nach rechts und links. Anscheinend kannte er die Kombination.
Sam verschränkte wütend die Arme. ?Hast du das alles nur getan, um an sein schmutziges Geld zu kommen? Du hast mich ihn abschlachten lassen, nur um reich zu werden?? Sam's Stimme überschlug sich vor Empörung.
?Meine Beweggründe müssen dich nicht interessieren.? knurrte Brutus und begann dicke Geldbündel in eine Aktentasche zu packen. Sam sah ihm fassungslos zu.
Mit einer schnellen Bewegung flog er herum und griff Sam's Handgelenk. Er zog sie zur Tür. Sam sträubte sich. Wütend stierte er sie an. ?Ich halt mich an unsere Abmachung, Scherenlady. Ich bring dich hier raus.?
Sam folgte ihm. Sie rannten durch Gänge und Flure, Treppen hinunter, bis sie die Tür des Personaleingangs erreicht hatten. Keuchend blieb sie hinter Brutus stehen, der den Zahlencode eingab. Seine Dienstwaffe ragte von seiner Hüfte und streckte sich ihr entgegen.
Sam griff zu und riss sie aus dem Halfter. Die Tür schwang auf und Brutus drehte sich um.
?Du hast gewußt, was er vorhatte und hast mir nichts gesagt.? Sam musterte ihn kühl und entsicherte die Waffe.
?Sam, hinter dem Waldstück wartet Anita mit laufendem Motor. Wir haben keine Zeit.?
?Stimmt? erwiderte Sam ?unsere Zeit ist vorbei.? Sie drückte ab und schoss ihm in die Brust.
Gurgelnd fiel Brutus um. Sam rannte los. Im Gefängnis ertönten Sirenen. Jemand musste Lapuente entdeckt haben, oder besser, das, was von ihm übrig war. Das Waldstück war ca. 300 Meter vom Gefängnis entfernt. Sam lief um ihr Leben und dankte Brutus für die zahlreichen Stunden intensiven Konditionstrainings.
Im Wald kam sie nur langsam voran. Die Äste und Blätter waren hier so dicht, dass kein Mondlicht bis auf den Boden fiel. Mehrere Male stolperte Sam, verlor Brutus' Waffe und riss sich ihre Kleidung kaputt. Panik kroch klebrig von unten an ihr hoch. Dieser Scheiß-Wald wollte sie einfach nicht durchlasen. Vielleicht war er zu lange den Ausdünstugnen der Bösen und Irren ausgesetzt gewesen und war lebender Teil dieser kranken Gefängniswelt geworden. Mit einem schrillen Schrei warf sich Sam gegen die Äste und kämpfte sich verbissen weiter durch. Wie ein Roboter setzte sie einen Fuß vor den anderen.  ...
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©Barbara Nachtweg
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