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... erfuhr, dass Lapuente viele Friedensstifternächte auf Zelluloid bannte, um sie dann in einschlägigen Kreisen für teures Geld anzubieten. Je härter die Männer mit den Frauen umsprangen, desto mehr Geld bekam er für seine Filme. Jetzt verstand Sam auch, warum Lapuente, spätestens nach ihrem Deal mit Jefe, keinen Wert mehr auf ihre Anwesenheit legte.
Brutus wusste zu berichten, dass es Lapuentes größter Wunsch war, einen Film zu drehen, indem eine Frau eine andere vergewaltigte und Lapuente dann später selbst die männliche Hauptrolle spielte.
Immer häufiger mussten die Wärter verschiedene Frauen zu diesem perversen Spiel überreden. Doch trotz schlimmer Prügel und physischen wie psychischen Demütigungen, war es Lapuente bisher nie gelungen, auch nur eine einzige Frau zu finden, die seine perversen Träume Realität werden ließ. Manchmal verschwanden die Frauen, die er für seine Zwecke ausgewählt hatte, spurlos. In den Akten waren Hinweise auf Verlegungen in andere Gefängnisse zu finden, manchmal verschwanden ihre Namen genauso unauffindbar wie die Frauen selber.
Brutus berichtete emotionslos, wie Lapuente ihm immer wieder sein ganz persönliches Drehbuch in allen Details schilderte. Eine junge Asiatin, mit knabenhafter Figur ...
Brutus wirkte angeekelt, als er Sam Lapuentes Regieanweisungen schilderte. Dank Brutus Kontakt zu Anita und Miguels Einfluss auf gewisse Behörden, befand sich seit heute die 19-jährige Li Wong in Lapuentes Gefängnis. Menschenhändler hatten sie über die mexikanische Grenze verschleppt und mit Drogen zur Prostitution gezwungen.
Li verkörperte den Inbegriff eines Teils von Lapuentes widerlichem Filmevent. Ihm fehlte nur noch die zweite Frau. Hier kam Sam ins Spiel.
So sehr Sam sich auch bemühte, Li gegenüber so etwas wie Reue oder Scham zu empfinden, diese Gefühle wollten sich einfach nicht einstellen. Sam hasste sich dafür. Ihr eigenes verkorkstes Leben und letztlich auch die Ereignisse unmittelbar vor ihrer Verhaftung und in diesen Mauern, hatten einen anderen Menschen aus ihr gemacht. Äußerlich wirkte sie unversehrt, doch tiefe Narben zogen sich über Sam's Seele und verschlimmerten jeden Tag ein wenig mehr ihre Chancen, auf ein normales Leben. Sams ganzes Tun und Handeln drehte sich nur um einen Zweck: Ihren Worten, die sie Jessica zugeflüstert hatte, endlich Taten folgen zu lassen. Es war wie ein innerer Zwang, eine perverse Obsession.
Sam hoffte, sich durch das Abschlachten möglichst vieler  ...
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©Barbara Nachtweg
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