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... räusperte sich. ?Keine Ahnung, wann die Schlampe das letzte mal Wasser gesehen hat.?
Der Direktor setzte seinen Rundgang um Sam langsam fort. Sam hielt noch immer den Blick auf den Boden geheftet. Der Direktor beendete seinen Rundgang und stand direkt vor Sam. Er legte ihr einen Finger unter das Kinn und drückte es langsam nach oben. ?Sieh mich an.?
Sam sah ihn an. Vor ihr stand ein Endvierziger, schlank und hochgewachsen. Alles an ihm war lang, seine Finger, seine Ohren, selbst seine scharfkantige Nase zog sich lang durch sein pferdeähnliches Gesicht. Sein dunkles Haar hatte er streng mit glänzender Pomade zurückgekämmt. Er trug einen dunklen Anzug mit Weste, ein weißes Hemd ohne Krawatte und roch penetrant nach Aftershave.
?Sehr lecker? er fuhr sich mit der Zunge über die Oberlippe. Sam sah wieder auf das Stück Teppich zwischen ihren Füßen.
?Wie sieht es aus Miguel, Lust auf 'nen flotten Dreier??
Mit diesen Worten ging er lässig zu einem Tisch in der Ecke, auf dem zahlreiche Karaffen, Spirituosen und Gläser standen. Sam hörte leises Klirren, als er den Deckel einer Glaskaraffe öffnete.
?Ah, Whisky, 12 Jahre alt.?
Fragend hob er ein Glas in Miguels Richtung. Sam sah aus den Augenwinkeln zu Miguel. Mit hochrotem Kopf schritt dieser auf den Direktor zu. Laut schnitt seine Stimme durch den Raum. ?Mein Bruder wurde bestialisch ermordet, du könntest mir etwas mehr Respekt zollen. Das Einzige was ich in diese Schlampe stecke, ist der Lauf eines Revolvers, um ihr die Eingeweide zu zerfetzen.?
Sam zuckte unter diesen Worten zusammen, als hätte Miguel sie geschlagen. Sie wußte, dass er hier nur das von ihm erwartete Bild des gnadenlosen Patriarchen abgab. Trotzdem trafen sie seine Worte tief in ihrem Inneren und sie fühlte sich elend.
Der Direktor hob gelangweilt die Schultern. ?Nur zu, sie ist noch nicht registriert.?
Miguel verließ ohne ein weiteres Wort den Raum und Lapuente höhnte ihm ?Gute Fahrt? hinterher. Genussvoll genehmigte er sich einen großen Schluck Whisky und schlenderte zu seiner Bürotür. Lässig stieß er sie mit der Hüfte zu und betrachtete Sam erneut.
?So Scherenlady? er breitete die Arme aus ?willkommen in meiner Welt, hier bin ich Gott und Teufel. Ich sage dir, wann du isst, schläfst und sprichst. Dies ist dein persönlicher Vorhof zur Hölle.? Er schlenderte langsam in den Raum zurück. ?Aber du kannst dir gewisse Privilegien verdienen. Mal sehen, ob du Grips hast. Zieh dich aus.?

Sam dachte  ...
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©Barbara Nachtweg
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