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... Kinder. Er weckte die Kinder und fragte meine schlaftrunkene Tochter, ob Onkel Manuel mit ihr etwas gemacht habe, dass sie nicht wollte. Meine Tochter verschränkte die Arme vor der Brust und fing an zu heulen, mein Sohn pinkelte sich schweigend in seinen Schlafanzug. Miguel stand wortlos auf und verließ das Zimmer. Ich zog meinem Sohn trockene Sachen an und brachte die verstörten Kinder wieder zu Bett. Als ich herunter in die Küche kam, saß mein Mann heftig schluchzend am Küchentisch und trank Tequilla aus einem Wasserglas. Miguel weint nie und Tequilla steht bei uns nur für Gäste bereit. Ich ahnte also, dass etwas Furchtbares geschehen sein mußte. Als mein Mann mir dann alles erzählt hatte, war die Tequillaflasche leer und mein Nachthemd triefte von unseren Tränen.?
Von der Arresttür ertönte ein dumpfes Klopfen. Anita sah zur Tür. ?Das ist Maria, die Putzfrau, die einzige außer meinem Mann, die weiß, dass ich hier bei Ihnen bin. Sie dürfen niemanden von unserem Gespräch erzählen. Mexiko ist ein merkwürdiges und korruptes Land, wir dürfen kein Risiko eingehen. Ich schwöre Ihnen beim Augenlicht meiner Kinder, dass ich Sie aus dem Gefängnis hole. Ich bitte Sie nur um die nötige Geduld.?

Sam starrte Anita weiterhin ungläubig an. Anita erhob sich. ?Wir haben nicht mehr viel Zeit. Mein Mann kann die morgendliche Besprechung nicht unnötig verlängern, ohne dass seine Männer mißtrauisch werden. Er hält sich immer peinlich genau an festgesetzte Zeitpläne und weicht nie ab. Aber eine Bitte habe ich noch an Sie.?
Sam, die wieder angefangen hatte, das Salamibrötchen zu essen, hob die Augenbrauen fragend hoch. Anita trat unbehaglich von einem Bein auf das andere.
?Halten Sie mich bitte nicht für pervers, aber ich muss es wissen. Mein Mann weigert sich standhaft, mir etwas darüber zu erzählen. Wie haben Sie das Leben dieses Dreckskerls beendet??
Samantha dachte einen kurzen Moment nach. Anita war so klein und zierlich. Sicher war sie ihren Kindern eine liebevolle und aufopfernde Mutter. Sie wirkte so unbelastet von dem Bösen in der Welt. Sam entschied, dass dies so bleiben solle und antwortete mit gepresster Stimme auf Anitas Frage. ?Er hat für alles bezahlt, was er ihren Kindern und meiner Jessica angetan hat. Jessica war wie eine Schwester für mich. Glauben Sie mir, ich habe mir mit seinem Blut in dieser Nacht einen Platz in der Hölle reserviert. Mehr müssen Sie nicht wissen.?
Anita nickte kurz mit dem Kopf und schlug  ...
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©Barbara Nachtweg
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