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Kochen ist wie fliegen ... nur schöner

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Sachtexte

 
Kochen ist wie fliegen..
Rosmarin und seine Kump..
Sugo di Pomodoro
Pouletbrüstchen
Mögen Sie einen zünft..
Saltinbocca alla Romana.
Gnocchi alla Romana
Polenta al Gorgonzola,..
Ossobuco.
Filetti di Pesce, Gotta..

Kochen ist wie fliegen ... nur schöner
Das sind humoristisch verpackte Rezepte mit einem Hauch Satire und einem Spritzer Frechheit. Gottardo würde sich freuen, wenn sich in Ihrem Gesicht beim Lesen zumindest ein Lächeln einnisten würde.
Alles was er schreibt hat etwas mich der Kocherei zu tun und bereitet Ihm unglaublichen Spass. Also herzlichen dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 
 


Kochen ist wie fliegen … nur schöner.



Ein wirklich schickes Restaurant war angesagt
Schon der erste Eindruck war umwerfend. Das Interieur, dezent und unaufdringlich.
Farbkompositionen, die nur ein Innenarchitekt allererster Güte zustande bringt und die auf Hochglanz polierten Gläser in Kombination mit dem blitzenden Silberbesteck, raubten ihm fast den Atem.
Die Freundin von Irgendwo und Gottardo wurden von einem Ober empfangen und an das einzig freie Tischchen, mitten im Raum geleitet. Der Mann musste einfach genetisch mit Prinz Charles verwandt sein, denn diese Würde, diese Noblesse konnte nur blauem Blute entspringen. Gottardo und seine Begleiterin, in das Beste eingekleidet, was ihre Schränke hergaben, nahmen Platz.
Die nur aus der allerobersten Etage von Finanzwelt, lokaler Politik und Kunst bestehende Rundherum - Gesellschaft, registrierte die Neuankömmlinge teilnahmslos.
Gottardo ergriff wagemutig die Initiative und fragte die schwarz-weiße Telefonstange:
 "Können sie uns irgend etwas deftiges empfehlen"? Mit einem Blick zu seinem  Ober-Ober, der soviel aussagte wie: Huston, wir haben ein Problem, legte der Prinz mit einem Gesicht, das frisch mumifiziert zu sein schien, wortlos zwei, in Leder gebundene, Speisekarten auf den Tisch.
Zusammen gestalteten die zwei, eine mehrere Gänge umfassende Komposition exquisiter Speisen. Sehr wahrscheinlich dürfen hier nur Männer bezahlen, denn seine gute Freundin von irgendwo fragte: "Du Schatz, in meiner Karte stehen überhaupt keine Preise?!"
Jedoch in derjenigen von Gottardo schon, und wie… Er stellte sich bereits vor, wie sie ihm beim Bezahlen, unter dem Tisch durch, ein paar Scheine zustecken mußte.

Die ganze Speisenfolge hatte aus der Sicht des Koches bestimmt einen authentischen Geschmack, jedoch konnte Gottardo bei keiner einzigen Création erkennen, was es eigentlich war. Der Maître de Cuisine, war offensichtlich sehr einseitig in seine gestalterischen Fähigkeiten verliebt. Bestimmt wurde er von einer zehnköpfigen Brigade unterstützt, wenn er ein hauchdünn gehobeltes Scheibchen Kalbsniere, zu einem unvergesslichen, kulinarischen Erlebnis  umfunktionierte. Oder einen grünen Spargel derart kunstvoll filetierte, daß Starchirurgen sofort ihren Beruf an den Nagel hängen. Jemand der aus drei Weizenkörner und sechzehn Hirsekörnern eine komplette Sättigungsbeilage zustande bringt, die jedes Gourmet Herz höher schlagen lässt, der schwebt ganz einfach auf dem Zenit seines Könnens
Beim Bezahlen der ebenfalls sehr künstlerisch gestalteten Rechnung, kam es wie es kommen musste. Unter dem Tischchen, ging eine Finanztransaktion über die Bühne, welche selbstverständlich vom Rest der Bocuse Gesellschaft, sehr diskret registriert wurde.
Mit einem Kopf voller tief eingebrannter, kulinarischer Eindrücke, aber leerem Magen,
beruhigte Gottardo sich und seine jetzt nicht mehr so solvente Begleiterin, mit einem großen Topf hausgekochter "Tagliatelle alla Nonna di Gottardo ".

Wollen wir doch mal versuchen, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Wäre doch gelacht, wenn wir das nicht hinkriegen. Sie werden sehen, es macht riesig Spass, selber am Kochherd zu stehen und die Pfannen zu schwingen. Gottardo wird versuchen, Sie kulinarisch nach Italien zu entführen. Das Land, in dem das Essen erfunden wurde. Und wo gegessen wird, da wird auch gekocht.



Rosmarin und seine Kumpane



Gewürze haben in der italienischen Küche den gleichen Stellenwert, wie das Wasser in der Wüste. Allerdings soll eine Pizza nicht nur tierisch nach Origano schmecken, ein italienisches Salatdressing nicht nur Knoblauchschwaden verbreiten und eine Saltinbocca alla Romana nicht derartig Salbeigeschwängert sein, dass es einem die Zehennägel nach hinten kringelt. Vielmehr dienen all die herrlichen Kräuter dazu, den Eigengeschmack von Fleisch, Fisch, Gemüse und Pasta zu unterstreichen und schlussendlich in einer eleganten Gesamtkomposition, dem Geniessergaumen zugeführt zu werden. Schon als Gottardo als halbwüchsiger Bengel bei seiner Nonna in der Küche rumstösselte, bekam er jedesmal  eingetrichtert: "Hör mir gut zu piccolo Gottardino. Sollte ich jemals erfahren, dass du irgend eine dieser vermaledeiten, sogenannten italienischen, fixfertigen Gewürzmischungen verwendest, wie das diese ignoranten Nordlichter praktizieren, dann schwöre ich dir bei sämtlichen italienischen Heiligen, dass ich dich noch aus meinem Grabe heraus besuchen werde !"
Bis heute hatte die gute Nonna keinen Grund, ihre Grabesruhe zu unterbrechen um ihrem Kochschüler und Schützling eine saftige Ohrfeige zu verabreichen. Italienische Nonnas machen das eben so und sind auch entsprechend gebaut. Unsere gute Nicolina gehörte selbstverständlich ebenfalls dieser Zunft an, denn ihre Kochkunst
war schlicht und einfach, als "göttlich" einzustufen.
Jetzt aber genug der weisen Vorworte. Bitte anschnallen. Wir schreiten zur Tat, denn wir richten nun Ihre Italienische Küche ein.
Was braucht es an Gewürzen? Eigentlich recht wenige!
Besorgen Sie sich nach Möglichkeit frische Kräuter. Wenn das nicht hinhaut, dann tun es auch getrocknete, die allerdings nach irgend etwas riechen sollten. Kaufen Sie an frischen Kräutern nur gerade soviel, wie Sie gerade benötigen, denn halb vergammelt schmecken diese auch so.

Rosmarin / Salbei
Thymian / Basilikum
Estragon
Safran
Zwiebel und Knoblauch  (Nicht gewusst, dass das auch Gewürze sind?)
Lorbeerblätter
Origano (Mit dem Gesellen sollten Sie vorsichtig umgehen, denn zuviel davon bedeutet, dass er sich auch noch nach zwei Tagen, beim Aufstossen fröhlich meldet)

Des Weiteren gehört zur Grundausstattung: Eine gute Hühner- und Fleischbrühe (geht auch in Form von Würfeln), Meersalz und Pfeffer aus der Mühle, jede Menge trockener Weiss- und Rotwein, Pelati (geschälte Tomaten, ganz oder gewürfelt, aus der Dose), Tomatenkonzentrat aus der Tube und nicht zuletzt, tonnenweise Zwiebeln und Knoblauch. Natürlich fehlen in Ihrer Küche auch nicht ein guter Trockenreis und ein Risottoreis (Vialone oder Arborio).
Weisswein-und Rotweinessig, ein guter Aceto Balsamico rot und weiss, gehören ebenfalls einfach dazu
Nun zum Olivenöl. Woher es auch immer stammen mag, besorgen Sie sich ausschliesslich kalt gepresstes, oder Extra vergine. Erschrecken Sie nicht, denn ein gutes Olivenöl hat halt seinen Preis. Sie tun damit Ihren Speisen, Ihren Salaten, Ihren Gästen und auch sich selbst, nur Gutes.

Hauen wir einfach mal rein. Basteln wir uns die Mutter aller Saucen. Sie werden staunen, wie einfach das ist. Ihren Gästen müssen Sie ja nicht alles auf die Nase binden. Kassieren Sie ganz einfach die Komplimente, schweigen und geniessen Sie.


Sugo di Pomodoro

(Ohne viel Gewürz -Theater)

Hacken Sie eine faustgrosse Zwiebel und zwei zünftige Zehen Knoblauch in Würfel. Lassen Sie die Finger dran, denn das Rote kommt erst später dazu.
Kramen Sie nach einem halbwegs vernünftig grossem Topf, nicht eines dieser kleinen Stinkerchen mit denen man ein Spargelsösschen köchelt.
Nun einen deftigen Schuss Olivenöl in das gute Stück und rauf auf den Herd. Gehackte Zwiebeln, Knoblauch und einen tüchtigen Spritzer Tomatenmark aus der Tube zugeben und alles ein wenig andünsten.
Nun giessen Sie reichlich Weisswein dazu, reduzieren die Hitze und lassen die ganze Sache einkochen, bis der Wein fast verschwunden ist. Warten Sie allerdings nicht zulange, denn sonst müssen Sie von vorne beginnen und den Topfboden mit Hammer und Meissel reinigen.

Nun schmeissen Sie eine Kilodose Pelati dazu, natürlich nur den Inhalt, geben zwei Würfel Hühnerbrühe bei und giessen mit etwas Wasser auf. Etwas Salz und Pfeffer aus der Mühle dazu. Nicht zuviel, denn rausnehmen ist schwieriger als nachwürzen. Deckel drauf und auf kleinster Flamme köcheln lassen. Geben Sie nun der ganzen Sache 2 bis 3 Stunden Zeit. Nur so nebenbei, Gottardos Nonna brauchte dazu einen halben Tag. Heben Sie nur ab und zu den Deckel um mit der Kelle umzurühren und nachzuschauen ob genug Flüssigkeit vorhanden ist. Sie wissen ja:
" Hammer und Meissel ! " Bei Bedarf etwas Wasser und Wein dazu. Zuwenig rot ? Ganz einfach, noch ein zünftiges Würstchen Tomatenmark und die Sache ist erledigt.

Hämmern Sie um Himmels Willen keine irgendwelche Gewürze rein, denn dieser Sugo, den Sie jetzt kochen, ist absolut authentisch und wer will schon Gottardos Nonna am Halse haben!! Wenn Ihr Riechorgan halbwegs funktioniert, dann werden Sie jetzt schon begeistert sein.
Jetzt noch einen Gratistip. Pasta, in welcher Form auch immer, muss schwimmen! Wie schon erwähnt, verwenden Sie einen Topf, bei dem sich die Pasta nicht wie im Gefängnis fühlt. Nur Wasser und Salz. Geben Sie kein Oel bei, denn das verhindert, dass sich nachher der Sugo und die Pasta verheiraten. Noch was. Al Dente, heisst:
bissfest gekocht und nicht so, als ob die gute Ware eine Woche lang im kalten Wasser gelegen hätte und nur noch als Brotaufstrich taugt. Capito ?!

Nehmen wir mal an, alles hat geklappt. Die Teller sind voll der herrlichen Pasta, der Sugo krönt obenauf. Jetzt fehlt nur noch die Sahnehaube, in Form von sensationellem, unverwechselbarem, frisch geriebenem Parmigiano Regiano. Kaufen Sie bei Gott keinen Schrott, denn nur das Original gibt wirklich was her. Nehmen Sie sich die Zeit um dieses grandiose Produkt selber und frisch zu reiben.

Noch was. Pasta ist ein Ueberbegriff und bedeutet nicht zwangsläufig "Nudeln", wie Gottardos nördlich ansässigen Freunde immer zu glauben wissen. Nudeln sind nur eine  Art Pasta, aus einer schier unermesslichen Vielfalt, welche in Italien jeden Tag durch die Hände vieler fleissiger Nonnas läuft. Nur nebenbei: Eine vernünftige Pasta wird aus Hartweizengriess hergestellt…Steht jeweils auf der Packung….gell!
Also, wenn Sie all die gescheiten Sprüche weglassen, reduziert sich das Ganze auf ein sehr einfaches und todsicheres Rezept, das echt hinhaut.

Gottardo wünscht guten Appetit und sollte die ganze Sache in die Hose gehen,
dann…..selber schuld !


Noch nicht genug? Na gut, dann halt weiter mit herrlichen Pouletbrüstchen

Pouletbrüstchen


Sie besorgen sich frische, nicht tiefgefrorene Pouletbrüstchen. Wie viele ?
Na dann betrachten Sie sich selbst und Ihre Gäste eingehend. Je nach Umfang der einzelnen Personen, kann das stark variieren. Sicher ist nur, ein Stück pro Nase sollte es schon sein.
Jetzt legen Sie die Dinger mit der flachen Seite nach unten auf Ihre Arbeitsfläche und ziehen die Klinge Ihres hoffentlich scharfen Messers, zwei-drei Mal, ganz sanft über deren Oberseite. Wenn Sie den Erste-Hilfe Kasten jetzt noch nicht bemühen müssen, dann ist Salz und Pfeffer dran. Jetzt reiben Sie die guten Stücke noch tüchtig mit einem Senf ein, der ein bisschen Rasse hat, halt eben einem richtigen Senf.


Nun geben Sie einen Schuss Ihres Olivenöls in eine Bratpfanne mit hohem Rand und legen je einen Zweig Rosmarin und Thymian und eine halbierte Zehe Knoblauch dazu. Rauf auf den Herd damit und braten Sie Ihre Brüstchen beidseitig kurz und heiss an. Ein bisschen Farbe sollten die Dinger dabei jedoch schon annehmen.
Wenn das soweit ist, nehmen Sie die Brüstchen aus der Pfanne, legen sie beiseite und reduzieren die Hitze. Nun kommt eine mittelgrosse, fein gehackte Zwiebel und eine Hand voll geschnittene, frische Champignons, Salz und Pfeffer in das liebe Pfändchen. Lassen Sie alles so lange ziehen, bis der sich bildende Saft fast verschwunden ist. Aber bitte nur fast. Nun kommt ein guter Schuss Weisswein dazu. Legen Sie dabei zur Dosierung ruhig Ihren Daumen auf die Flaschenöffnung,  damit die ganze Sache nicht im Rebensaft ersäuft. Keine Angst, Ihr hübscher Daumen wird Ihnen dabei nicht abfallen. Lassen Sie alles wunderbar einkochen. Unter Beigabe einer Tasse Wasser und einem halben Würfel Hühnerbrühe, köchelt nun Ihr Sösschen bei kleinster Hitze sanft dahin.

Da war doch noch was? Ach ja, die Brüstchen! Die kommen genau jetzt, auch noch in die Pfanne und garen bei aufgelegtem Deckel ca. 15 Minuten durch. Vor dem Servieren kommt noch ein Schuss Sahne dazu und Sie entfernen den Rosmarin und Thymian Zweig, denn die Jungs verhaken sich beim Essen so lästig zwischen den Zähnen. Wenn nötig, mit Salz und Pfeffer abschmecken… Finito !
Ihre Sauce ist nach Ihrem Geschmack etwas zu dünn?! Kein Problem, dann geben Sie einfach ein Stück kalte Butter aus dem Kühlschrank dazu und lösen diese auf. Sie werden sehen, das wirkt Wunder.
Ihre Brüstchen werden so saftig und zart sein, wie Sie sie noch nie gehabt haben.
Und vor allem: Alles selbst gezimmert!

Dass Tagliatelle, ein herrlicher, grüner Salat und ein nicht aggressiver, natürlich
Italienischer Weisswein, hervorragend dazu passen, muss Ihnen, als nunmehr versierte Köchin oder Koch, beileibe nicht mehr verklickert werden.





Mögen Sie einen zünftigen Risotto?    Dann los.



Bereiten Sie 1 Liter heisses Wasser vor und lösen 2 Würfel Hühnerbrühe darin auf.
Packen Sie einen Topf, Sie wissen ja, keine Miniaturausgabe!
Ein Schuss Olivenöl, eine mittlere Zwiebel und nur eine kleine Zehe Knoblauch, alles sehr fein gekackt, dazu und leicht brutzeln lassen. Nun kommen 3 bis 4 Hand voll Risottoreis rein, der nur kurz glasig gedünstet wird.
Aufgiessen mit einem zünftigen Schuss Weisswein, und unter Rühren etwas reduzieren lassen. Seien Sie auf der Hut, das ganze geht relativ schnell, denn genau jetzt darf um Himmels Willen nichts anbrennen… Geschafft? ... Halleluja!
Reduzieren Sie die Hitze auf eine knapp mittlere Stufe und giessen Sie nun nur einen kleinen Teil Ihrer Hühnerbrühe dazu. Nur soviel, dass der Reis leicht schwimmt. Das wiederholen Sie nun regelmässig und rühren dabei mit einer flachen Kelle sehr sanft um, damit sich der noch jungfräuliche Risotto nicht auf dem Topfboden festsetzt. Nach gut 20 Minuten sollte Ihre Brühe aufgebraucht und Ihre Kreation fertig sein. Während der ganzen Zeit, bewegen Sie sich keinen Meter von Ihrem Topf weg! Es ist absolut unwichtig, ob die Erde bebt, das Telefon läutet, die Toilette nach Ihnen ruft, oder das Nachbarhaus abbrennt. Sie bleiben bei Ihrem Herd! Alles klar? Capito?
Machen Sie die Probe, ob Ihr Risotto gar ist. Wenn das wieder Erwarten noch nicht der Fall ist, giessen Sie halt einfach noch ein wenig Wasser nach.
Ein gelungener Risotto bewegt sich! Er bewegt sich auf dem Teller, wie der Lavastrom eines Vulkans und nicht wie das Wasser eines Bächleins, das lustig dahinplätschert.
Während der Endphase Ihrer Kocherei, können Sie nach Belieben noch eine Priese Safran, ganz vorsichtig unterziehen.
Mögen Sie das ganze mit Steinpilzen? Dann geben Sie diese frisch geschnitten, oder getrocknet, beim Anziehen der Zwiebeln bei. Die getrockneten sollten Sie vorher in ein wenig kaltem Wasser einweichen und von Hand etwas ausdrücken.
Also, da kommt weder Salz, noch sonst irgendwas dazu!
Mammma mia, Ihr Risotto wird Sie glatt von den Socken hauen, sofern Sie diese nicht schon vorher eingebüsst haben. Die ganze Sache duftet nämlich schon während des Kochens derart köstlich, dass Sie bestimmt glauben, Sie hätten irgendwo in Ihrer Ahnenreihe einen Spritzer italienisches Blut abbekommen.

Nun "Cari amici della cucina Italiana" wollen wir weitermachen, oder sind eure Zellen im Oberstübchen bereits überfordert?!
Klarer Fall. Gottardo hat Sie selbstverständlich nicht unterschätzt. Sie sind inzwischen unglaublich versiert, beherrschen mittlerweile fliessend sämtliche italienischen Dialekte und sind echt heiss auf einen weiteren Klassiker.


Saltinbocca alla Romana.

(Dies schafft sogar ein Kindergarten Absolvent, der sich bei der Abschlussprüfung gerade noch so durchgemogelt hat)

Kalbsschnitzel, dünn geschnitten sind angesagt. Legen Sie ein Stück Klarsichtfolie auf Ihre Arbeitsfläche, ein Schnitzel darauf, nochmals Folie und dann werden die guten Dinger flachgeklopft. Sollten Sie inzwischen noch keinen hyperprofessionellen Fleischklopfer besitzen, dann tut's auch der Boden einer kleinen Stielpfanne.
Die Dinger müssen nicht so dünn sein, dass Sie hindurch die Zeitung lesen können, aber halt einfach dünn. Beidseitig Salzen und pfeffern. Legen Sie nun auf jedes Stück eine Scheibe dünn geschnittenen Rohschinken (natürlich von Parma), dann noch ein kleines Blatt Salbei und befestigen die Auflage mit einem Zahnstocher.
Sieht schon gut aus, was?
Nun kein Oel, kein Fett von Murmeltieren, oder sonstwas. Nur reine Butter in eine Bratpfanne. Erhitzen Sie mässig, so dass die Butter leicht schäumt, aber nicht braun wird. Jetzt geben Sie Ihre Schnitzel, zuerst mit der belegten Seite nach unten rein. Nur ganz kurz, dann gewendet auch nur ganz kurz und löschen die Sache mit einem trockenen Marsala ab. Kurz reduzieren lassen, und fertig. Kinderleicht "gell"!
Marsala ist ein Italienischer Süsswein, den es auch in trockener Form gibt. Finden Sie ums verrecken keinen solchen, dann sicher einen trockenen Sherry.

Selbstredend passt dazu ausschliesslich ein Safran Risotto, den Sie inzwischen wie aus dem F.F. beherrschen, ein wunderbares Salätchen und zum Beispiel ein  Rotwein, der unverwechselbaren, herrlichen Traubensorte "Sangiovese".

Sollten Sie, oder Ihre Gäste das Ganze wieder Erwarten nicht mögen, dann geben Sie die Kocherei ganz einfach auf!
Was hört Gottardo da?
Sie geben nicht so schnell auf? Sie haben Nerven wie Drahtseile und Sie wollen sich um jeden Preis durchbeissen?!

Na wenn das so ist, dann hauen wir auf die Pauke, dass es kracht. Wir zaubern zusammen den Timbalo alla Nonna Nicolina. Natürlich nur, wenn die Gute, Gott hab sie selig, nichts davon mitkriegt, denn Ihr Kochherd soll ja nicht in die Luft gehen, wenn ès nicht so richtig hinhauen sollte.

Folgendes brauchen wir dazu:

Zuerst den Timbalo. Dies ist eine feuerfeste, konische Schüssel mit einem leicht überstehenden Rand. Keine vorhanden? Na dann los und einkaufen gehen, denn einkaufen ist die halbe Kocherei! Nachdem Sie jetzt, unter anderem, sämtliche Autowerkstätten, alle Schirmgeschäfte und alle Gärtnereien abgeklappert haben, glänzt das Ding nun auf Ihrem Küchentisch und hat cirka einen Durchmesser von 25 cm, am oberen Rand.

Nun zu den Fressalien:

800 Gramm Hackfleisch vom Rind.
500 Gramm Pennette rigate (das ist Pasta, gell !)
2 Kugeln Mozzarella di bufala, oder stinknormalen
1 Zünftiger Brocken Parmigiano
Salz / Pfeffer / Einen Zweig Rosmarin / Thymian / Majoran und ein Lorbeerblatt.
1 Mittelgrosse Zwiebel und 3 Zehen Knoblauch / alles gehackt
1 kleine Dose Pelati
1 Flasche trockener Weisswein
1 Rund ausgewallter Blätterteig ca. 30 cm Durchmesser
1 Würfel Hühnerbrühe
5 bis 6 Scheiben hauchdünn geschnittener Parmaschinken
1 Ei, zum Bepinseln des Teigdeckels

Jetzt aber Klartext. Die Hände sauber, die Schürze - weiss wie ein Bettlaken - umgebunden, mit einem tüchtigen Schluck Ihres Weines Ihre Leber und die Seele angefeuchtet, los geht's.

Ihre Bratpfanne mit hohem Rand kriegt einen tüchtigen Schuss Ihres besten Olivenöls ab. Danach flattern je einen Zweig Rosmarin, Thymian und Majoran hinterher. Hitze auf volle Pulle und sofort die gehackte Zwiebel und den Knoblauch dazugeben. Wenn alles schön bräuselt, das Hackfleisch dazu und kräftig anbraten.  Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Nun die Hitze reduzieren und einen zünftigen Schuss Weisswein dazugiessen. Seien Sie nicht sparsam damit. Wenn die Flüssigkeit stark reduziert ist, giessen Sie den Inhalt einer kleinen Dose Pelati rein und geben einen Würfel Rinderbrühe dazu.
Genau jetzt kommt das Lorbeerblatt zum Einsatz. Allerdings nur für fünf Minuten , denn das liebe Blättchen ist sehr intensiv. Zusammen mit dem Lorbeer, nehmen Sie nun die anderen Kräuterzweige raus, denn die haben ihre Schuldigkeit getan.
Jetzt köchelt die ganze Angelegenheit sanft vor sich hin, bis die Flüssigkeit nur noch einen Drittel ihrer ursprünglichen Menge aufweist. Nun die Pfanne weg vom Herd und beiseite stellen. Das Ganze darf nämlich nicht zu trocken sein.

Danach kochen Sie, wie gelernt, die Pennette rigate in Ihrer Weltmeistermanier, al dente. Sie giessen das Wasser durch ein Sieb ab und legen die Pasta beiseite. Die lustigen Dinger werden beim Erkalten etwas zusammenkleben, weil sie sich unheimlich lieben. Nur keine Panik. Lockern Sie sie ganz einfach mit Ihren Händen sanft auf.

Der Backofen schreit nach Ihnen. O.K. geben Sie ihm 180 Grad, Ober -und Unterhitze (mit Umluft 160 Grad) und schieben Sie das Gitter in die mittlere Schiene.

Halb betäubt vom betörenden Duft Ihrer Komposition, werden Sie sehr wahrscheinlich nicht merken, dass sämtliche Nachbarn bei Ihnen klingeln um nachzufragen, was um des Himmels Willen so göttlich Duftet. Sie haben sich etwas erholt, Ihre Pupillen haben ihre Standardposition wieder eingenommen, na dann kann's ja weitergehen.
Nun geht's ans Füllen Ihres Timbalo. Bringen Sie bitte ja nichts durcheinander, denn Sie wissen ja:" Die Nonna Nicolina"!!!
"    Auf den Boden der ausgebutterten Zauberschüssel geben Sie zuerst eine Schicht Pasta
"    Darüber eine Schicht Hackfleisch mit wenig Flüssigkeit.
"    Weiter, frisch geriebenen Parmesan
"    Ein paar dünne Scheiben Mozzarella.

So fahren Sie weiter, bis Sie am Schüsselrand angekommen sind, wobei die letzte Schicht Hackfleisch schön flüssig sein muss, damit sich der herrliche Saft durch die ganze Sache hindurch nach unten verteilt. Die Füllung ist nun leicht gewölbt, ganz wenig höher, als der Schüsselrand. Wenn Sie noch halbwegs imstande sind zu rechnen, dann glänzt Ihnen zuoberst eine Schicht Mozzarella entgegen. Nun legen Sie, zur Krönung, die Scheiben Parmaschinken darauf.
Zuletzt bestreichen Sie den Schüsselrand mit etwas Wasser, legen den rund ausgewallten Blätterteig darauf, der den Schüsselrand ein wenig überlappt. Nun drücken Sie den Teig am Schüsselrand, unten herum leicht an, bestreichen die Teigfläche mit etwas verdünntem Eigelb und stechen mit einer Gabel ein paar Mal ein, damit beim Backen der Dampf entweichen kann und der Teig schön knusprig wird.
Sie glauben es selber fast nicht, aber SIE HABEN ES GESCHAFT!

Nun noch rein in den vorgeheizten Backofen und nach gut einer halben Stunde werden Sie sehr stolz auf sich sein. Was sie nämlich aus dem Ofen nehmen werden ist  allererste Sahne, einsame Spitze und wird Sie und Ihre Gäste total umhauen.

Reichen Sie dazu keinen Schnickschnack. Nur einen herrlichen, gemischten Salat und passend dazu einen nicht allzu bombastischen, selbstredend italienischen Rotwein.

Alles gut gegangen? Dann wissen Sie sicher, dass sich die gute Nonna Nicolina besänftigt hat, ihr Herz beinahe platzt vor Stolz und dass mindestens eine Million Küsse über Sie herunterprasseln werden.    BUON APETITO

Haben Sie es überhaupt gemerkt? Sie werden von Rezept zu Rezept, von Tag zu Tag immer besser! Ihr Blut zirkuliert mit bedeutend höherer Temperatur durch Ihre Adern. Halt eben so richtig italienisch.
Nutzen wir die Gunst der Stunde und die gute Laune unserer lieben Nonna Nicolina um eine weitere, herrliche Geschichte zusammenzubasteln. Es sei vorweggenommen, dass es sich dabei nicht um Knochen von Hunden handelt, welche in Rom von Autos überfahren wurden, sondern um:


Gnocchi alla Romana



Mit folgenden Zutaten bereiten Sie die Masse zu:

50   gr Butter zerlassen
30   gr Parmigiano gerieben
3         Eigelb
1     lt  Milch
1     pr Muskat
200 gr Hartweizengriess

Für den Belag zum Gratinieren, benötigen Sie:

40   gr Butter zerlassen
90   gr Mascarpone
30   gr Parmigiano gerieben

Sie kennen ja inzwischen den guten Gottardo gut genug. Da ist noch was, das Sie sich gefälligst hinter die Ohren zu schreiben haben. Sollten sich die Begriffe LIGHT und MARGARINE in Ihrem Oberstübchen festgesetzt haben, so sähe sich Gottardo gezwungen, augenblicklich eine Seance einzuberufen, um mit seiner Nonna ein ernstes Wörtchen auszutauschen. Egal ob sich bei Ihnen, hier ein paar Grämmchen und dort ein Pfündchen zuviel eingenistet haben oder ob Sie einen ausgewachsenen Rettungsring mit sich rumtragen. Sie wollen bestimmt nicht, dass Ihnen alles in Ihren Pfannen anbrennt und der Backofen völlig unangemeldet streikt. Hoffentlich hat die Gehirnwäsche funktioniert, denn wenn dem so ist, können wir ja weiterbasteln.

Die zerlassenen 50 Gramm Butter, Parmesan und Eigelbe gut mischen und leicht würzen. Dies kommt in die Warteschlaufe.

Milch mit Salz/Pfeffer/Muskat würzen und zum kochen bringen

Griess unter ständigem Umrühren einrieseln lassen.
Hitze reduzieren und 10 Minuten köcheln lassen, bis die Masse fester wird.

Vom Herd nehmen, abkühlen lassen und die Butter-Ei-Parmesan Masse unterschlagen

Nun belegen Sie ein rundes oder rechteckiges Backblech mit Backpapier, füllen dieses mit der Masse und streichen die zukünftigen Gnocchi ca. 1,5 cm hoch, flach.

Sollten Sie bereits jetzt völlig gestresst und am Ende Ihrer Kräfte sein, dann ist das der richtige Zeitpunkt, um sich gemütlich ein gutes Gläschen Wein zu genehmigen, denn die ganze Sache muss nun nämlich auskühlen.

Hören Sie mal! Ein Gläschen hat Gottardo gesagt und nicht die halbe Pulle, denn inzwischen ist die Masse so kalt geworden, dass sie Gefahr läuft sich zu erkälten.
Heben Sie sie behutsam aus dem Blech, denn auf dem Fussboden arbeitet es sich nur schwer weiter.
Stechen Sie nun mit einem Ausstecher, Scheiben von ca. 4 cm Durchmesser aus und belegen damit ziegelartig überlappend, eine ausgebutterte Gratinform.

Ihre Backhöhle kriegt 180 Grad Ober- und Unterhitze und inzwischen giessen Sie den Butter-Mascarpone-Parmigiano Belag, den Sie kräftig gemischt haben, über die sehnsüchtig wartenden Gnocchi.
Nun rein damit in die gute Backstube und nach 25 bis 30 Minuten, entnehmen Sie Ihrem Backofen eine der klassigsten Beilagen der Cucina italiana.
Wie schon erwähnt: Selbst gemacht !! Nicht in Plastik eingeschweisst, ohne Konservierungsmittel und ohne Geschmacksverstärker…einfach authentisch. Sie dürfen wirklich stolz auf sich sein.

Wie Sie natürlich wissen, hat die Mutter aller Pastasaucen viele, viele Kinder.
Beinahe alle sind verblüffend unkompliziert und deshalb einfach zu basteln.
Hier drei Beispiele:

Al Gorgonzola (Jetzt dürfen Sie Ihr kleineres Pfändchen hervorkramen)
Ein kleines Stück Butter und wenig, sehr fein gehackte Zwiebel leicht andünsten.
Mit einer, zum Pastahaufen passenenden Menge Kochsahne, aufgiessen. Danach, den in kleine Stücke gewürfelten Gorgonzola beigeben und bei kleinster Hitze sanft zergehen lassen. Mögen Sie das ganze grün gesprenkelt? Dann heben Sie zuletzt ein wenig fein gekackte Petersilie unter. Nach Ihrem Geschmack, mit wenig Salz und Pfeffer abschmecken.
Passt hervorragend zu sogenannten "Nudeln", wie Tagliatelle oder Papardelle.

Übrigens, verwenden Sie einen echten, vollreifen Gorgonzola und nicht irgendeine billige Imitation!



Al Gottardino (Ein wenig feurig, wie…..!) Kann je nachdem, zweimal brennen!!
Frische Tomaten mit ihrer Eigenflüssigkeit, klein gewürfelt und ebenso eine gelbe Peperoni, mit fein gehackter Zwiebel und Knoblauch, in wenig Olivenöl andünsten. Dann geben Sie einen kleinen Schuss Weisswein dazu, lassen kurz reduzieren und giessen mit etwas Hühnerbrühe auf. Nun lassen Sie alles ein wenig einkochen und fügen, je nachdem wie feurig Sie es mögen, eine- bis eine gute Priese getrocknete Peperoncini bei. Mässig salzen und noch mässiger pfeffern.
Die Kunst dabei ist lediglich, dass Ihr Sösschen schön sämig wird.
Gelungen? Bravo!
Passt ganz klassisch zu Spaghetti.

Solamente per Singles welche mindestens eine Woche lang keinen Kontakt zu ihrer Aussenwelt haben!
Hacken Sie je eine kleine gelbe und eine rote Peperoni in ganz kleine Würfel. Jetzt ziehen Sie einen gehäuften Esslöffel sehr fein gehackte Zwiebel in wenig Olivenöl an. Peperoni dazu und wenn alles herrlich duftend köchelt, kommt ein Schuss weisser Aceto Balsamico dazu. Die verdampfende Essigsäure wird Ihnen einen Moment lang in die Nase und Augen steigen. Keine Panik, das muss so sein und Sie sind deswegen noch nicht reif für die Notfallklinik! Nachdem die Säure verdampft ist, kommt ein Schuss Weisswein und wenig Wasser hinzu und die ganze Sache muss nun auf sehr kleiner Flamme einkochen, bis Ihre Sauce wunderbar sämig geworden ist. Zuletzt drücken Sie eine grosse Zehe Knoblauch durch die Knoblauchpresse, hacken etwas Petersilie fein und geben beides Ihrer Kreation bei. Schmecken Sie mit Salz und wenig Pfeffer ab und unter Beigabe eines gehäuften Löffels Ricotta (Italienischer Frischkäse), ist der Albtraum Ihrer Mitmenschen geboren.

"Nudeln" dazu?..... Oder etwa doch…:

Macaroni / Candele / Rigatoni / Ziti / Strangozzi / Cappeletti / Tortellini /
Tagliatelle / Papardelle / Mafaldine / Gemelli / Ravioli / Farfalline / usw.

Sie haben's kapiert!


Nun zu den Antipasti. Sie dienen dazu den Gaumen und den Magen ein wenig zu kitzeln und Sie und Ihre Gäste darauf einzustimmen, was da noch folgen könnte.

Hier ein paar wenige Beispiele, welche alle vorwiegend von ihrem Eigengeschmack geprägt sind und nicht Ihre ganze Gewürzkiste in Anspruch nehmen.

Gebratene Auberginenscheiben  ( Melanzane )

Schneiden  Sie eine gewaschene, ungeschälte Aubergine in dünne Scheiben, legen diese auf ein Stück Haushaltpapier und bestreuen sie mit ein wenig Salz. Das Salz dient dazu, das Wasser auszulösen. Sie werden sehen, es bilden sich nach kurzer Zeit auf deren Oberfläche kleine Wassertropfen. Tupfen Sie diese einfach mit einem zweiten Stück Ihres Haushaltpapieres ab.
Nun erhitzen Sie in Ihrer Bratpfanne Ihr flüssiges Gold, ohne das Sie inzwischen unmöglich weiterleben können und braten die Auberginenscheiben darin, leicht schwimmend, beidseitig kurz an. Nur so lange, bis diese bräunlich anlaufen.
Wenn das soweit ist, heben Sie Ihre Auberginchen vorsichtig aus der Pfanne und legen sie zum Abtropfen auf ein Stück Haushaltpapier. Nach dem Erkalten brauchen die Dinger nur noch Salz und Pfeffer und ein wenig darüber geträufeltes, mit Peperoncini aromatisiertes Olivenöl.

Aromatisiertes Olivenöl. Bestimmt haben Sie Ihre Nase schon einmal in einen der der typischen Italia-Food Schuppen reingehalten, die wie Pilze aus dem Boden schiessen.
Nur so nebenbei. Da kostet die Pasta das Zehnfache des normalen Preises, denn die Spaghetti und ihre Kumpane haben garantiert einen Goldüberzug.
Alles Bullshit, denn Sie wissen ja inzwischen: Hauptsache Hartweizengriess! Da stehen auch all die wunderschön anzuschauenden Fläschchen Olivenöl, in denen sich eine Million der unterschiedlichsten Kräutchen tummeln, in den Regalen. Brauchen Sie nicht zu kaufen, denn Sie machen das selbst! Wie…? Na dann rücken Sie mal Ihre Lesbrille zurecht!

Kramen Sie mal in Ihren grauen Gehirnzellen rum. Bestimmt haben Sie irgendwann  mal in einem Geschäft, so hübsche, kleine Fläschchen rumstehen sehen. Am besten in Grün- oder Braunglas, denn Olivenöl verträgt kein Licht. Denken Sie dran, Sie müssen noch was reinstopfen. Also, der Flaschenhals sollte nicht zu eng sein und der Inhalt ¼ bis maximal ½ Liter betragen. Verschliessbar müssen die süssen Pullen,
entweder mit Schraubverschluss, oder mit Korken, auch noch sein.
Nun folgt der kreative Teil. Verwenden Sie nur frische Kräuter, die Sie kurz abspülen und nachher sehr gut trockentupfen, denn Wasser und Oel vertragen sich wie Hund und Katze.
Wenn Ihre Fläschchen bestückt sind, dann füllen Sie diese bis obenhin mit Olivenöl auf, so dass der Inhalt bedeckt ist. Nun stellen Sie Ihre Kreationen in Ihren Küchenschrank und lassen die Neugeborenen Italiener ein paar Wochen ruhen. Wenn Sie es gar nicht mehr aushalten, dann dürfen Sie mal zwischendurch einen Espressolöffel voll probieren, um zu schauen, ob die Aromen mit dem Oel schon Hochzeit gefeiert haben.

Rosmarin: Ein- je nachdem zwei ganz frische Rosmarin Zweige. Das reicht bereits, denn Rosmarin ist sehr intensiv im Geschmack.

Pfeffer: Ein Handballen voll schwarze, rote und weisse  Pfefferkörner, die mit der flachen Seite Ihres grossen Messers, ganz leicht angedrückt werden.

Peperoncini: Hierzu verwenden Sie getrocknete Peperoncini (Chili Schoten, wenn das besser verständlich ist). Mögen Sie es scharf, wie Nachbars Lumpi, dann einen gehäuften Teelöffel voll. Soll das Zeug so feurig scharf werden, wie der böse Hund des Dorfmetzgers, dann in Gottes Namen halt mehr.

Thymian und Majoran: Gleiche Vorgehensweise, wie Rosmarin, aber nicht mischen!

Basilikum: Die frischen Blätter werden vor dem Einfüllen, mit den Fingern leicht angedrückt, damit sie ihre Aromastoffe voll entfalten können.

Tartuffo: Trüffelöl, (nur auf Olivenöl Basis) kaufen Sie am besten schon fertig, sonst müssen Sie zuerst Trüffel-Suchhunde, oder Schweine züchten. Das Zeugs riecht konzentriert, wie vermoderte Socken. Ein paar Tropfen jedoch unter die Pasta gehoben….ein echter Hammer! Delizioso.

Ach ja unsere Antipasti. Die haben wir wegen unseren Oelgeschichten doch beinahe vergessen.

Zucchini: Waschen Sie 3 Stück tüchtig ab. Ideal und am zartesten sind diese in einer Länge von cirka 20 cm und nicht in der Grösse des besten Stückes eines ausgewachsenen Hengstes. Nun schneiden Sie die Gesellen in Scheiben von einem cm Dicke und lassen diese in siedendes, gesalzenes Wasser hüpfen. Nachdem sie gar, aber noch bissfest sind, vorsichtig durch ein Aptropfsieb giessen und sofort mit kaltem Wasser abschrecken. Dadurch bleiben die hübschen Rädchen noch knackig und behalten ihre schöne Farbe
Jetzt legen Sie die Scheibchen schön nebeneinander in eine dekorative Schale, und würzen mit salz und Pfeffer. Nun träufeln Sie von Ihrem Thymian- und Mayoranöl darüber und geben noch ein paar Spritzer weissen Balsamico hinterher.  Mit Klarsichtfolie abgedeckt, ruht dann Ihre Kreation im Kühlschrank cirka eine Stunde lang. Fertig!

Marinierte Peperoni-Streifen:  Dazu brauchen wir je eine rote, gelbe und eine grüne, schön grosse Peperoni. Die kommen wie sie sind, mit Stielansatz, auf ein Backblech. Wenn es Ihr Ofen bis auf 220 Grad ( Umluft 200 ) geschafft hat, schieben Sie das Blech in die Mitte Ihrer Zauberhöhle. Lassen Sie nun die Jungs da drin so richtig schwitzen und drehen Sie sie ab und zu, um eine viertel Drehung um ihre eigene Achse. Deren Haut wird nach einiger Zeit Risse bekommen und ganz schwarz werden. Schmeissen Sie die armen Kerle ja nicht weg, denn das muss genau so sein! Wenn die Peperoni gar sind, fallen sie in sich zusammen und es läuft ziemlich viel Saft heraus. Nun nehmen Sie das Blech aus dem Ofen und legen für zehn Minuten ein nasses Küchentuch über die ganze Sache. Das dient dazu, dass sich die zähe und schwer verdauliche Haut, wunderbar abziehen lässt.
Wenn das geschehen ist, halbieren Sie sie der Länge nach, entfernen Kerngehäuse, Kernen und Stielansatz. Danach werden sie, ebenfalls der Länge nach, in dünne Streifen geschnitten.
Diese Streifen, in der Grösse von Sardellenfilets, kommen nun feinsäuberlich nebeneinander und nach Farben getrennt in eine flache Schale.
Nun geben Sie darüber ein wenig vom Saft, ohne Kerne, welcher sich im Backblech gesammelt hat, dann Salz, Pfeffer, eine Prise fein gehackte Peperoncini und ein wenig ganz fein gehackter Knoblauch. Darüber ein paar Spritzer normales Olivenöl und braunen Aceto Balsamico. Mit Klarsichtfolie abgedeckt, zieht das Ganze im  Kühlschrank während cirka zwei Stunden durch….

Auberginen ( Melanzane ) aus dem Backofen

Ganz genau gleiche Vorgehensweise wie bei den Peperoni.

Nun, das waren natürlich nur ein paar wenige Beispiele aus einer riesigen Anzahl an herrlichen Antipasti, welche in ganz Italien, Tag für Tag ihre dankbaren Geniesser finden und sollen Sie liebe Freunde dazu animieren, selbst kreativ zu werden.
An guten Ideen und klassischen Beispielen, mangelt es bestimmt nicht, wenn Sie mal bei "Ihrem Italiener" wirklich richtig hinschauen, sofern es denn auch ein echter Italiener ist… Also bewaffnen Sie sich ungeniert mit Block und Bleistift. Sollten Sie, was sich Gottardo beinahe nicht vorstellen kann, irgendeine Frage zu irgendeinem der prächtigen Präparate haben und natürlich der Gattung der holden Leserinnen angehören, dann gibt's nur eins: Ran an die Buletten! Machen Sie, dem natürlich italienischen Kellner, die schönsten Augen, zu denen Sie fähig sind. Sie werden sehen, er wird augenblicklich zergehen wie Butter in der sizilianischen Sonne und Ihnen sämtliche Geheimnisse der Zubereitung hinter Ihren Ohrring flüstern. Dass er dabei riskiert, vom Küchenchef einen zünftigen Anschiss zu kassieren, wird ihm schnurzegal sein, denn er durfte ja schliesslich Ihre hübschen Augen verkosten.
Was allerdings Gottardos männliche Leser anstellen um an die besagten Geheimnisse zu kommen, das sei denen überlassen…Ausser sie würden dem Beispiel desjenigen Verrückten folgen, der schnurstracks in die Küche eines sehr bekannten Ristorante marschierte, den Küchenchef fünf Minuten lang würgte und dabei nicht mal merkte, dass es sich eigentlich um den tamilischen Küchenburschen handelte. Nach Auflösung des allgemeinen Tumults sollen, wie aus zuverlässigen Quellen bekannt ist, der echte Küchenchef und der Spinner eine Flasche Chianti entkorkt und in bester Laune Rezepte ausgetauscht haben. So geht's natürlich auch, wenn man nicht hinter Gittern endet und seine Kenntnisse in der Kantine bei der Zubereitung von zweihundert Kilos Spaghetti mit Ketchup, verschwenden will.

Seien wir mal ehrlich. Es geht bei der ganzen Sache ja überhaupt nicht darum, den hochverehrten Sterneköchen und den ehrenwerten Haubenköchen, die mit ihren umgehängten Ketten und Orden aussehen wie weissgetünchte Generäle einer Bananenrepublik, den allerwertesten zu küssen, oder ans Bein zu pinkeln, weil sie auf die gloriose Idee gekommen sind, Sauerkraut mit Schokoladencreme zu kombinieren.
Es geht hier darum, die eigentliche Einfachheit des Kochens und der frischen Zutaten zu entdecken oder vielmehr wiederzuentdecken und nicht, nur um seinen Schickimicki Freunden zu imponieren, zu Hause eine sündhaft teure Designerküche einzurichten, um nachher jeden Abend mit einer Tüte von irgendeinem Mc Sowieso nach hause zu kommen.
Also jetzt genug gepredigt. Wer jemals den wahren Küchenvirus nicht nur beschnuppert, sondern ihn voll und ganz reinzieht, der weiss wovon hier die Rede ist.

Nehmen wir zum Beispiel den Caprese. Salat oder Antipasto? Das können Sie halten wie Sie wollen. Auf alle Fälle ein Hochgenuss für Augen und Gaumen.
Sie brauchen Dazu herzlich wenig:

"    Peretti-oder San Marzano Tomaten. Das sind die länglichen unverwechselbaren Dinger, die einen wunderbaren Eigengeschmack besitzen.

"    Mozzarella di Bufala. Wird aus der Milch von Büffelkühen hergestellt.

"    Frische Basilikumblätter

"    Salz, Pfeffer, Olivenöl und Weissweinessig.Nun schneiden Sie die Tomaten und den Mozzarella in zueinander Passende Scheiben, schichten diese abwechslungsweise mit den Basilikumblättern, wie Ziegel eines Daches,

eine hübsche Schale. Salz, Pfeffer, Olivenöl und etwas Weissweinessig darüber……………PRONTO.

Der Eigengeschmack der einzelnen Zutaten und die daraus resultierende Komposition ist einfach unbeschreiblich, liebe Amici.

Stichwort Weinessig. Auch den brauchen Sie nicht zu kaufen. Den machen Sie ganz einfach selbst! Wie… ? Das verklickert Ihnen Gottardo jetzt.

Sollte von Ihrem letzten Gelage noch etwas Ihres guten Tropfens übrig sein, dann schmeissen Sie um Himmels Willen nichts weg. Das ist die Basis Ihres neuen Rot-oder Weissweinessigs. Spannen Sie einfach ein Stück Gaze über die Flaschenöffnung und stülpen, zur Befestigung, ein Gummiband darüber. Nun stellen Sie die Flasche am besten in Ihren Keller oder halt einfach in Ihren Küchenschrank. In diese Pullen wandern nun all Ihre Weinreste und nach ein paar Wochen, wenn die Essigbakterien, die lustig und völlig kostenlos in der Luft rumschwirren, ihr Werk vollendet haben, gluckert Ihnen Ihr eigener, selbstgemachter Weinessig entgegen.

Sollte sich nach etlichen Wochen, auf den Flaschenböden fröhlich eine schludrige Masse festgesetzt haben, bitte nicht erschrecken. Im Gegenteil. Sie haben jetzt eine Essigmutter, die wenn sie gross genug ist, geteilt werden kann und als Nährboden für weitere Flasche herrlichen Essigs dient. Übrigens: So eine Essigmutter ist reines Gold wert und niemand, auch wenn gebettelt und vor Ihnen auf den Knien rumgerutscht wird, niemand kriegt etwas davon ab…Capito!
Sie werden sehen. Wenn Ihre Gäste Sie danach fragen, wo Sie Teufelsbraten diesen köstlichen Essig aufgetrieben haben, dann werden Sie voller Stolz und ganz entrüstet antworten: "Von Wegen gekauft, den hab ich selbstverständlich selbst gemacht "! Von dem darauf folgenden, tobenden Applaus, wollen wir hier nicht weiter berichten.

Eine Sache, die Gottardo schon als junger Schnösel beinahe kiloweise verputzen konnte, weil das Zeugs so tierisch gut schmeckt, ist:


Polenta al Gorgonzola, mit Lughanige



Wenn Gottardo nicht mitisst, benötigen Sie dazu folgendes, für 4 Personen:

250  gr  Maisgriess (Polenta). Kaufen Sie 2 Minuten Polenta. Die müssen Sie nicht
                                                eine halbe Ewigkeit kochen.
1  Liter  Gesalzenes Wasser

300   gr  Gorgonzola

Sugo di Pomodoro, den Sie nun schon an die tausend Mal zubereitet haben.

Je nach deren Vorbau, pro Person 1 bis 2 Lughanige.
Dies ist eine grobe Wurst aus Schweinefleisch, die in Norditalien und der südlichen Schweiz beheimatet ist.

Eine Schüssel, oder Cakesform die als Form dient, mit passendem Unterteller oder Platte.

Alles Paletti? Na dann legen wir los.



* Zuerst bereiten Sie den Sugo di Pomodoro zu und lassen den roten Genossen mindestens eine Stunde sanft kochen. Können Sie auch am Vortag erledigen und dann ganz einfach aufwärmen. Gemäss Nonna Nicolina, soll er dann sogar noch besser schmecken.
* In der Zwischenzeit schneiden Sie den Gorgonzola in kleine Stücke und Giessen kaltes Wasser in Ihre Cakesform, oder Schüssel. Das dient dazu, dass sich nachher die Polenta gut von der Form trennt.
* Die Lughanige dürfen nun mindestens eine halbe Stunde baden gehen, in nicht brodelndem, aber heissem Wasser. Nach dieser Zeit sehen die Dinger aus wie aufgeplusterte Hühner und müssen vor dem Servieren, mit einer Gabel angestochen werden, damit sich das angesammelte Fett befreien kann. Vorsicht, denn dabei verhalten sie sich wie kleine Bübchen, wenn sie frisch gewickelt werden!!!

* Nun bringen Sie den Liter gesalzenes Wasser zum kochen und lassen die Polenta langsam, unter ständigem, kräftigem Umrühren mit einem Schneebesen, einrieseln. Wenn die Sache, nach ca 2 Minuten, blubbert wie ein Vulkan, stellen Sie die Pfanne beiseite.
* Jetzt wird die Hälfte Ihrer nunmehr fest gewordenen Polenta, mit einer flachen Kelle in Ihre, vom kalten Wasser befreite Form, gegeben und schön gerade, flach gestrichen.
* Nun verteilen Sie die Gorgonzola Stücke darauf und bedecken diese mit dem Rest der Polenta. Achten Sie darauf, dass auch diese Schicht schön gerade gestrichen ist. Wir wollen ja nicht, dass unser Ding aussieht, wie der schiefe Turm von Pisa!
* Wenn das gelungen ist, stürzen Sie Ihre Kreation auf die ausgewählte Platte, die etwas grösser sein muss, als Ihre Form. Nehmen wir mal an, auch dieser Akt ist gelungen und die gelbe Schönheit lümmelt nicht auf dem Fussboden rum, oder klebt an Ihrer Küchendecke. Dann klopfen Sie mit der Hand ein paar Mal auf die Form und heben diese vorsichtig ab.
* Was nun zum Vorschein kommt, sucht seinesgleichen und braucht nur noch ein bisschen Kosmetik, in Form des herrlichen, heissen Sugo di Pomodoro, der zu einem Teil darüber gegossen wird. Den Rest des Sugos, servieren Sie in einer Sauciere, oder hübschen Schüssel.
* Als Krönung kredenzen Sie die nunmehr die, von ihrem überschüssigen Fett befreiten Lughanige, in einer gedeckten Suppenschüssel, mit frischem, heissem Wasser.

Sollten Sie an erhöhtem Blutdruck leiden, dann ist das der richtige Zeitpunkt, um sofort eine entsprechende Tablette zu schlucken. Was nun, zusammen mit einem frischen Salat und einem herrlichen Tröpfchen Rotwein auf Ihrem Esstisch glänzt, wird Sie und Ihre Gäste ganz einfach verblüffen und Sie werden völlig aus dem Häuschen sein.

Also wenn Sie dieses Rezept auch noch einwandfrei hingekriegt haben, dann kann Gottardo nur noch seinen Hut ziehen und weiterhin, im besten Falle, lediglich noch Empfehlungen abgeben.

COMPLIMENTI !



Ossobuco.

Sie sind nun bestimmt scharf auf eine weitere Köstlichkeit. Ossobuco.
( Rindshaxe in Scheiben ) und nicht etwa Knochen mit Löchern!

Besitzen Sie eigentlich schon so einen zünftigen, emaillierten Guss-Schmortopf mit Deckel? Nein? Dann ran an Ihren Tresor! Es wird jetzt nicht gejammert, ihre Küche platze bereits aus allen Nähten. So ein Ding, am besten in ovaler Form, brauchen Sie für unser Ossobuco und auch später noch viele Male. Eine Investition, die sich über Generationen hinweg bezahlt macht, denn die Dinger sind praktisch unzerstörbar.

Wenn Sie schon dabei sind, kaufen Sie doch gleich noch was, um unseren Topf auch richtig zu füttern:

Pro Person je 1 Scheibe Rindshaxe

3    Knoblauchzehen, halbiert
1    grosse Zwiebel, grob geschnitten
2    mittelgrosse Karotten, geschält und in ca. 3 cm lange Stücke geschnitten
1     Stange Sellerie, ohne Blattwerk, in Stücke geschnitten
1    gelbe Peperoni, grob geschnitten
2     kleiner Zweig Majoran und ein Zweig Rosmarin
1    kleines Blatt Lorbeer
2    feste, aber reife Tomaten, in kleine Würfel geschnitten
3    Sardellenfilets in Oel, aus dem Döschen

1    Würfel Rinderbrühe in ½ Liter heissem Wasser aufgelöst
1    Glas trockener Weisswein
2     gestrichene Esslöffel Butter

    Olivenöl, Salz und Pfeffer aus der Mühle
    Etwas Mehl, in einem Suppenteller

Ihr Küchentisch dürfte nun, mit all den vorbereiteten Köstlichkeiten, gerammelt voll sein. Richtig so, denn wie wir wissen, ist eine gute Vorbereitung die halbe Kocherei.
Nehmen Sie sich genügend Zeit für dieses hervorragende Gericht. Sie werden dafür mit einem italienischen Feuerwerk an Gaumenfreuden belohnt.

Wie das unsere gute Nicolina unter einen Hut brachte, nebst der Kocherei den ganzen Haushalt in Schuss zu halten, all den Kindern und Grosskinder geduldig ihre Nasen zu putzen. Den kleinen, die sich beim Spielen die Knie aufgeschürft hatten, mit ein wenig Spucke ihre Wunden zu behandeln und nachdem sie die dicken Tränen mit ihrem Schürzenzipfel wegwischte, die Piccolini mit einem dicken Kuss auf deren Nasen wieder zu trösten……, dies wird wohl ihr Geheimnis bleiben.

Eines ist jedoch sicher. Niemals, aber auch nie und nimmer, war das Kochen für die gute Nonna eine lästige Nebensache, wie das heutzutage leider vielfach der Fall ist.

Nehmen wir uns ein Beispiel und lassen die Töpfe tanzen, dass es kracht!


Krachen muss es dabei nicht, aber schneiden Sie nun Ihre Ossobuchi an deren Ränder ein, salzen und pfeffern sie und bemehlen die ungeduldigen Gesellen leicht auf beiden Seiten.
Dann kommt ein guter Schuss Olivenöl, zusammen mit einem Löffel Butter, in den Schmortopf und wird auf voller Pulle erhitzt.

Als Nächstes sind nach Adam Riese die Ossobuchi dran, die portionenweise, auf beiden Seiten angebraten und beiseite gestellt werden.

Nun wird die Hitze ein wenig reduziert, damit niemand auf die Idee kommt, hier sei ein Köhler am Werk.
Der köstliche Bratfond, der sich gebildet hat, verlangt nun zuerst nach den Zwiebeln und dem Knoblauch, die kurz angezogen werden. Dann folgt das vorbereitete Gemüse. Zuerst die gewürfelten Tomaten, damit sich der Topfboden ein wenig beruhigt. Dann Karotten, Peperoni, Sellerie unter Beigabe von Majoran und Rosmarin. Das Ganze wird gut umgerührt, und nach kurzer Zeit mit dem Weisswein abgelöscht.

Wenn sich die Flüssigkeit um die Hälfte reduziert hat, giessen Sie mit der Rinderbrühe auf, geben das Lorbeerblatt und die Sardellenfilets dazu und legen die Haxen darüber. Die Ragazzi sollten dabei nur ganz leicht mit Flüssigkeit bedeckt sein. Was die Sardellen betrifft. Von denen werden Sie nach kurzer Zeit nichts mehr sehen. Die lösen sich komplett auf, aber leisten einen herrlichen Beitrag zur gesamten Geschmackskomposition.

Zuallerletzt lungert noch ein Löffel Butter auf dem Küchentisch rum und meint, Sie hätten ihn vergessen. Aber nicht doch, der kommt nun auch obendrauf.

Sie sind jetzt am schwierigsten Punkt angelangt. Nachdem die Hitze auf kleinste Stufe zurückgedreht ist,…………müssen Sie noch den Deckel auf den Topf legen und die Ganze Geschichte ungefähr 2 Stunden schmoren lassen…..!

Ab und zu sollten Sie allerdings schon den Deckel heben, um die Jungs da drin, mit ein wenig Wein zu übergiessen

Servieren Sie dazu Kartoffelpurrée, oder Risotto und einen knackigen, grünen Salat. Passt hervorragend... Zeit haben sie ja zur Genüge um aus Ihrem Keller, zum Beispiel, noch eine Flasche Chianti zu holen, welcher das ganze Gedicht kräftig und zugleich elegant vervollständigt.

Um Ihre Nachbarn können Sie sich nun ebenfalls kümmern. Die versuchen nämlich schon längere Zeit, Ihre Haustüre einzutreten um auszuspionieren, was bei Ihnen wieder mal so unverschämt gut riecht.


Verraten Sie denen nichts. Die sollen Gottardos Buch gefälligst selber kaufen.




Mal zwischendurch ein Fischchen gefällig? Bitteschön, hier die:

Filetti di Pesce, Gottardo.



So sieht Ihre Einkaufsliste aus:

Pro Person, je nach Grösse, 1 bis 2 Fischfilets. Am besten eignen sich Seelachs, oder Pangasius, ohne Gräten und nach Möglichkeit, ohne Haut. Tiefgefroren müssen sie bei Zimmertemperatur aufgetaut und anschliessend mit einem Küchenpapier gut trockengetupft werden.

Salz, Pfeffer, Haselnussöl, Sojasauce, Butter, Paniermehl ein paar Spritzer trockener Weisswein, Estragon (getrocknet) und eine grosse, oder zwei kleinere Gratinformen, welche nebeneinander in Ihren Backofen passen.

Von wegen Sojasauce. Also wenn Sie nun denken, jetzt hat es dem guten Gottardo sämtliche Sicherungen rausgedonnert. Seien Sie beruhigt. Es wird nicht in die Asiatische Küche abgewandert! Das dunkelbraune Gebräu passt halt einfach dazu.
Zum Haselnussöl ist noch zu bemerken, dass es sich geschmacklich, gerade mit Fisch, sensationell verheiratet, sofern Oel und Fisch überhaupt heiraten können.

Schreiten wir nun zur Tat!
Ihr Backofen quengelt bereits und will 120 Grad. Auf was warten Sie? Keine Angst, die lieben Fischchen werden bei dieser Temperatur nicht trocken werden wie Stroh. Dafür sorgen wir schon.

Als erstes buttern Sie die Form(en) aus und legen die Filets ( wenn Haut dran, dann diese nach unten ) schön sachte nebeneinander rein. Achten Sie darauf, dass sie sich nicht überlappen!
Als nächstes gehen Sie, der Reihe nach, wie folgt vor:

* Salzen und Pfeffern.
* Haselnussöl darüber träufeln
* Sojasauce in gleicher Weise, aber nur wenig.
* Nun legen Sie Ihren hoffentlich sauberen Daumen auf die geöffnete Weinflasche
  und geben ein paar gute Spritzer des Rebensaftes darüber.
* Darauf verteilen Sie ein wenig Estragon. Bitte nur mässig,
  denn das Zeugs ist recht intensiv.
* Darüber folgt eine dünne Schicht Paniermehl und ein wenig Zitronensaft.
* Zuletzt kommen, als Krönung, noch eine Portion Butterflocken darauf.

Jetzt nur noch rein in die Mitte Ihrer Heizgrotte und nach ca 15 bis 20 Minuten, ist Ihr Werk vollendet.

Dazu ist kurz und bündig nur zu sagen: Schnell - einfach - einzigartig.

Reichen Sie dazu Salzkartoffeln, grünen Salat und den Weisswein, den Sie zum Kochen verwendet haben und Gottardo garantiert Ihnen:

Vergessen sind alle Fischstäbchen dieser Welt.



Lassen wir nach Ihrem Erfolg in der Fischküche nicht zuviel Zeit verstreichen. Wagen wir uns an etwas echt rustikales, etwas das zunehmend Gefahr läuft, in Vergessenheit zu geraten: Stockfisch (Baccala)

Das sind diese getrockneten und gesalzenen Dinger, um die Sie in Fischabteilungen, bis jetzt einen grossen Bogen gemacht haben, weil die aussehen wie schrumpelige Tennisschläger. Rümpfen Sie nicht weiter Ihre Nase, denn diesen Fisch werden wir uns nun zu Gemüte führen.
Dazu müssen Sie schon am Vortag etwas Vorarbeit leisten. Stockfisch muss vor der Zubereitung 18 Stunden gewässert werden. Nach ca 10 Stunden wechseln Sie das Wasser aus, damit das Salz gut ausgewaschen wird. Danach wird unser Freund enthäutet und entgrätet. Benützten Sie zum Entgräten ruhig Ihre Pinzette, mit der Sie sonst Ihre Augenbrauen zupfen.

Alles Pronto…? Dann legen wir los und dazu brauchen Sie:

800 g  Stockfisch, trockengetupft und in quadratische Stücke geschnitten.
600 g  Tomaten, enthäutet, entkernt und in kleine Stücke geschnitten.
200 g  Entkernte, schwarze Oliven.
20   g  Sultaninen, die eine halbe Stunde im Wasser aufgequollen sind.
20   g  Kapern
10   g  Pinienkerne

3           Kartoffeln, geschält und in Stücke geschnitten
1      Kleine Zwiebel, fein gehackt
2      Zehen Knoblauch, fein gehackt
      Salz / Pfeffer / kleines Lorbeerblatt

1    dl    Trockener Weisswein
1,2 dl  Olivenöl

Haben Sie Ihren Guss Schmortopf noch in Reichweite? Wunderbar, den benötigen Sie jetzt.

Hier noch einen Tip zum Enthäuten der Tomaten:
Schneiden Sie diese auf deren Oberseite, kreuzweise mit einem scharfen Messer, ganz leicht ein. Danach verabreichen Sie den roten Kumpels ein nur ganz kurzes Vollbad, in kochendem Wasser um sie dann sofort kalt abzuschrecken. Nach dieser
Rosskur lässt sich den armen Kerlen die Haut ganz leicht abziehen.

Das Salzen und Trocknen des Stockfisches dient seit je her dazu, den Fisch zu konservieren und hält ihn auf diese Weise eine halbe Ewigkeit frisch.
So soll in jüngster Zeit, bei Ausgrabungen in Rom, unter anderem auch Stockfisch ausgebuddelt worden sein. Zuverlässigen Berichten zufolge, sollen die Archäologen daraus umgehend ein herrliches Abendessen zubereitet haben…..Na ja…

Schreiten wir nun zur Zubereitung, welche überhaupt nicht kompliziert ist, sofern alles gut vorbereitet wurde.


Lassen Sie die Zwiebel, den Knoblauch und Pinienkerne, im Olivenöl gut  Farbe annehmen.

Geben Sie die Fischstücke dazu und dünsten diese kurz an.

Jetzt mit dem Wein aufgiessen und einkochen lassen.

Nun folgen die Tomaten und mit Wasser wird aufgefüllt, so dass die Fische leicht bedeckt sind. Salzen und pfeffern, unter Beigabe eines kleinen Lorbeerblattes.

Ihr Topf braucht nun den Deckel und wird im vorgeheizten Ofen, bei 150 Grad, eine Stunde lang, zum Schmoren parkiert.

Nach dieser Zeit kommen nacheinander die Kartoffeln, Oliven, Kapern und die Sultaninen dazu.

Wenn die Kartoffeln gar sind, ist Ihr werk vollbracht und muss rasch serviert werden.

Selbstverständlich können Sie nun dazu, weiss der Teufel nicht was, auftischen. Aber dunkles, kerniges Brot, ein gemischter Salat und ein spritziger Rotwein sind ganz einfache, aber passende Begleiter zu diesem rustikalen Gericht.

Sie werden sehen. Sie werden sich fühlen, wie die Köchin oder der Koch eines kleinen, verträumten, süditalienischen Restaurants in einem winzigen
Fischerdörfchen. Sofern Ihre Gäste nicht nur aus blöden, gestylten Zicken und bornierten Knilchen bestehen, werden Sie wieder einmal

die Königin oder der König des Abends sein!

Gottardo weiss, wie das läuft. Rum verpflichtet und die Anforderungen an Sie steigen zunehmend. Take it easy, denn nur der Spass an der Sache zählt wirklich. Und sollte irgendeinmal alles in die Hose gehen, na ja, dann nochmals probieren, nochmals und nochmals!


Wenn das ja so wunderbar funktioniert mit dem Fische köcheln, dann werfen wir doch das Netz nochmals aus und ziehen uns eine Orata  (Goldbrasse) an Bord.
Herrlicher Fisch, diese Orata. Wenige Schuppen, wenig Innereien und köstliches Aroma.
Es sei vorweggenommen. Das folgende Rezept eignet sich sowohl für die Zubereitung im Backofen, als auch auf dem Holzkohlegrill. Sie werden sehen, ein echter Hammer und fast blödsinnig einfach.
Die paar wenigen Sachen, die Sie dazu benötigen, sind schnell aufgezählt:

"    Orata, pro Person 1 Stück. Zwischen 300 und 500 Gramm.
"    Pro Fischchen 1 grosse Zehe Knoblauch
"    Ein paar Zweige frischer Rosmarin und Thymian
"    Pro Fisch 1 bis 2 Traubenblätter
"    Salz, Pfeffer und Olivenöl
"    Aluminiumfolie

Nun werden Sie bestimmt denken: " Der spinnt doch, der Gottardo. Wo soll ich um dreiteufels Namen Traubenblätter auftreiben".
Nun ja, klauen Sie die Dinger doch einfach bei einem Ihrer Nachbarn von dessen Pergola, oder schauen Sie in Ihrem Lieblinskaufhaus genau hin. Die Dinger gibt's im Glas eingemacht, zu kaufen.

Die appetitlichen Gesellen liegen nun entschuppt und ohne Innenleben auf Ihrem Küchentisch und harren der Dinge, die da kommen sollen.

Zuerst kriegen sie aussen und in der Bauchhöhle eine Dosis Salz und Pfeffer ab. Danach füllen Sie das Bäuchlein mit je einem Zweig Thymian und einer grossen Zehe Knoblauch.

Jetzt breiten Sie pro Stück einen Streifen Aluminiumfolie auf Ihrer Arbeitsfläche aus. Gross genug, um Ihre noch rohen Freunde darin einzuwickeln.

Darauf folgt ein Traubenblatt, dann der gewürzte und gefüllte Fisch, darüber einen schönen Zweig Rosmarin und ein guter Spritzer Olivenöl.

Nun geht's ans Einwickeln. Das Objekt Ihrer Gelüste muss vom Traubenblatt ganz umhüllt (notfalls mit einem zweiten Blatt) und erst dann von der Alufolie eingewickelt sein. Beim ganzen Verhüllungsakt ist es wichtig, dass nachher beim garen, die sich bildende Eigenflüssigkeit nicht ausläuft.
Also denken Sie dabei an Weihnachten und lassen Sie sich etwas einfallen!

Kalt schmecken die Jungs nicht so richtig gut. Also auf ein Backblech damit und für ca. 30 Minuten rein, in den auf 180 Grad vorgeheizten Backofen. Die Garprobe machen Sie am besten mit einem spitzen Messer. Wenn es sich locker durch das Fleisch des Fischleins stossen lässt, dann ist die Sache gebongt.

Beim Garen auf dem Holzkohlegrill, müssen Sie einfach Ihre Silberpakete ab und zu wenden, damit der Inhalt anschliessend nicht aussieht wie Grubenarbeiter, die nach getaner Arbeit an den Tag befördert werden.

Für das, was Sie nun aus der Alufolie wickeln werden, gibt es nur folgendes zu sagen:
Delizioso - Meraviglioso - Elegantissimo - Da morire!

Auf gut Deutsch: Affengeile Sache.

Dazu passt, was zu Fisch eigentlich fast immer passt: Kartoffeln - in welcher Form auch immer -, aus dem Salzwasser gezogener, frischer Spinat, oder ein grüner Salat und ein trockener Weisswein, der allerdings nicht so trocken sein soll, als wäre er in der Sahara geboren.

Nur kurz noch was in eigener Sache:

Der gute Gottardo muss sich mal zwischendurch aufs Ohr hauen, um neue Energie zu tanken, damit er die Köpfe seiner Amici, mit weiteren Köstlichkeiten vollhämmern kann. Ci vediamo.
Na da ist er ja wieder. Die Schlafübung scheint gelungen zu sein. Allerdings hat sich am Zweifinger-Schreibsystem nichts geändert. Was soll's…..

Hauen wir zwischendurch  doch mal ein feines Hühnersüppchen in die Pfanne. Was heisst hier Süppchen? Wie Sie sehen werden, ist unser Minestrone  eine vollwertige Mahlzeit und erst noch so gesund, dass es beinahe nicht auszuhalten ist.

Eines tages, als der kleine Gottardino, in der Küche seiner Nonna, wieder einmal im Weg rumstand, nahm sie ihren Sprössling zweiten grades zur Seite. Dazu setzte sie sich an den kleinen Küchentisch, nahm einen kräftigen Schluck ihres Vino Nostrano und sprach, indem sie dem völlig überraschten Gottardino, ganz tief in die Augen sah: "Hör mal Piccolino. Du darfst jetzt deiner Nonna helfen, unseren Familien - Minestrone zu kochen"!
Gottardino konnte es kaum glauben und hörte sämtliche Küchenglocken läuten.

Er…und seine Nonna…zusammen kochen!!!

Wie diese herrliche Suppe gebraut wird und was Sie dazu benötigen, sehen Sie nun.

2    Pouletfilets, in kleine Stücke geschnitten
1    Stange Sellerie, in Stücke von ca 1 cm geschnitten
1    Mittelgrosse Karotte, geschält und in kleine Würfel geschnitten
1    Gelbe Peperoni, in längliche, kleine Streifen geschnitten
1    Hand voll grüne Erbsen. Tiefgefroren oder frisch, ist egal
1    Zwiebel, grob gehackt
2    Grosse Zehen Knoblauch, geviertelt.
1    Grosse Fleischtomate mit deren Saft, in kleine Stücke geschnitten
1    kleiner Zweig Thymian
1    Kleines Blatt Lorbeer
2     Liter Wasser
1     Hand voll kleingehackte Petersilie
4    Würfel Hühnerbrühe
    Salz und Pfeffer, aus der Mühle
    Frisch geriebener Parmigiano

Diese Suppe wird kalt aufgesetzt. Das heisst, Sie geben zuerst das Wasser, ca. 2 Liter, in einen Topf, der gross genug ist. Der Pegel wird nämlich noch um einiges ansteigen!

Die Zwiebel und der Knoblauch zusammen mit dem Thymian und den Pouletstückchen hüpfen dazu und jetzt erst dürfen Sie den Herd einschalten und volle Pulle geben.

Wenn die Sache in Ihrem Hexenkessel zu kochen beginnt, geben Sie nacheinander,
die Karotten, Stangensellerie, Peperoni, Erbsen und das Lorbeerblatt dazu und schmecken mit  Pfeffer ab.

Die Temperatur wird nun zusammenfallen, um nach kurzer Zeit wieder aufzusteigen.
Wenn der Siedepunkt wieder erreicht ist, reduzieren Sie die Hitze so, dass Ihr Minestrone ganz leicht köchelt, geben die Würfel Hühnerbrühe dazu und legen den Deckel auf. Das Schäumchen, das sich dabei bildet, lassen Sie nur ruhig drin. Das verduftet wieder, wie es gekommen ist.

Machen Sie nach ca 20 Minuten eine Garprobe. Wenn das Gemüse gekocht, aber noch ein wenig al Dente (bissfest) ist, kommt die Petersilie dazu. Wenn nötig schmecken Sie nur noch mit etwas Salz ab und fertig ist der herrliche Minestrone.

Wer mag, gibt noch einen Löffel Parmigiano auf seine Portion, denn das schmeckt ausgezeichnet.

Nebenbei noch. An Stelle von Geflügelfleisch können Sie auch klein geschnittenes, nicht zu mageres Rindfleisch verwenden. Dieses dann logischerweise mit Rinderbrühe Würfel. In diesem Falle machen Sie die Garprobe beim Fleisch.

Wenn Sie nun gemütlich an Ihrem Tisch sitzen und sich diese Köstlichkeit, zusammen mit frischem Weissbrot, zu Gemüte führen, dann denken Sie dabei an Gottardo. Dessen Augen leuchten heute noch auf, wenn es um MINESTRONE geht.


Eigentlich mag Gottardo die Kälte überhaupt nicht. Jedoch gibt es da etwas,….kalt aber unheimlich köstlich: Vitello tonnato (Kalbfleisch an Thunfischsauce)

Auch diese klassische Köstlichkeit, lässt sich bubileicht zubereiten. Vitello tonnato können Sie als wunderbare Vorspeise, oder einfach so, auftischen. Sollten die Mengenangaben, für Sie alleine, etwas zu happig sein, dann gib es nur eines: Öffnen Sie während der Zubereitung Ihre Wohnungstüre und schalten den Küchenabzug erst gar nicht ein.
Gottardo garantiert Ihnen, Sie werden hundertprozentig zu wenige Stühle haben, um all Ihren Nachbarn eine Kostprobe Ihres Vitello zu verpassen. Kennen, werden Sie sehr wahrscheinlich überhaupt keinen von denen. Machen Sie sich keine Sorgen, denn umgekehrt kennen die, Sie schon längst.

Stürzen wir uns nun auf das gute Kälbchen und gehen einkaufen.

Für die Zubereitung des Fleisches:

1 ¼ Kilo        Kalbsrollbraten ohne Knochen, oder Kalbsnuss
½    Liter        Trockener Weisswein
½    Liter        Hühnerbrühe
2            Knoblauchzehen
1            Zwiebel geviertelt und mit 3 Nelken gespickt
1            Stangensellerie, grob gehackt
1            Karotte, grob gehackt
10            Pfefferkörner
2            Lorbeerblätter



Für die Sauce:

100 Gramm    Thunfisch in Olivenöl, aus der Dose
15   Gramm    Sardellen
2            Eigelbe
2     Essl        Zitronensaft
1 ¼ Dezi        Olivenöl
Petersilie, grossblättrig
Kapern
Dünne Zitronenscheiben

Packen wir also das Kalb, bei den noch nicht gewachsenen Hörnern und legen los.
Stress kommt dabei nicht auf, denn eins kommt schön nach dem anderen.

DAS FLEISCH.  Nehmen Sie Ihren grossen Suppentopf zur Hand, in dem sich hoffentlich keine Resten des Minestrone mehr befinden. Da rein geben Sie nun die Hühnerbrühe, gespickte Zwiebel, Knoblauch, Karotte, Sellerie, Lorbeerblätter, Pfefferkörner und den Weisswein.
Füllen Sie mit Wasser soweit auf, dass das Fleisch, welches auch schon im Topf rumlungert, zu zwei Drittel bedeckt ist und bringen die fröhliche Gemeinschaft zum Kochen.
Wenn das soweit ist, reduzieren Sie die Hitze, legen den Deckel auf und lassen die Geschichte 1 ¼ Stunden köcheln, bis sich das Fleisch dazu entschieden hat, zart zu werden.
Nun 30 Minuten abkühlen lassen und das herrlich duftende Fleisch herausnehmen.

Befreien Sie die herrliche Brühe, mittels eines Siebes, von allem was da lustig rumschwimmt und giessen sie wieder in den Topf zurück.
Nun wieder auf volle Pulle erhitzen und die Wunderbrühe solange kochen lassen, bis sie auf ¼ Liter reduziert ist.

DIE SAUCE.  Entnehmen Sie den Thunfisch mit dem Oel, aus der Dose und pürieren diesen zusammen mit den Sardellen im Mixer, oder dem Pürierstab.
Die Eigelbe und ein Esslöffel Zitronensaft dazugeben und verarbeiten Sie das ganze nochmals zu einer glatten Mischung.
Nun giessen Sie bei laufendem Motor zuerst das Oel, in einem dünnen Strahl, ganz langsam dazu und dann nach und nach die eingekochte Fleischbrühe, bis die Sache aussieht wie eine richtige Mayonnaise. Zuletzt wird noch der übriggebliebene Esslöffel Zitronensaft eingerührt und mit Salz und Pfeffer, kräftig gewürzt.

Finito la Storia.

Zum Servieren schneiden Sie das Fleisch in dünne Scheiben, und legen diese wie Dachziegel, leicht überlappend auf eine schöne Platte. Jetzt verteilen Sie darauf Ihre Super-Hammersauce und garnieren Ihr Werk zum Schluss mit Kapern, der Grossblättrigen Petersilie und den Zitronenscheiben.

Da bleibt  jedem Ihrer Gäste, ganz simpel und einfach die nordländische Spucke weg.

Wenn wir schon mal so schön beim Kalb sind, dann setzen wir doch die Kalberei fort mit: Involtini di Vitello (Kalbsfleischröllchen)

Besorgen Sie sich folgendes, für ca. 4 Personen. Ohne Gottardo !

6 Kalbsschnitzel, dünn geschnitten, für die Involtini
1 Kalbsschnitzel, für die Füllung, in kleine Würfel geschnitten
2 Bis 3 dünne Scheiben Mortadella, in dünne Streifen geschnitten
1 Bis 2 Kalbs-Markknochen
Wenig Thymian
Muskat
Safran
1 kleine Zwiebel und 1 ganz kleine Zehe Knoblauch, ganz fein gehackt
Wenig fein gehackte, grossblättrige Petersilie
1 gute Hand voll grüner Erbsen. Frisch oder tiefgekühlt.
Ricotta
Kochrahm
Olivenöl
1 Esslöffel Butter
Salz und Pfeffer
Trockenen Weisswein zum Ablöschen
1 Würfel Hühnerbouillon

Mixer, oder Mixstab
Bratpfanne mit hohem Rand
Zahnstocher

Zuerst bereiten wir die Füllung zu:
In den Mixbecher kommt das gewürfelte Schnitzel mit 2  Esslöffeln Ricotta, Salz und Pfeffer. Jetzt nur kurz durchmixen.
Nun folgen die Mortadella, wenig Thymian, ein kleiner Spritzer Saucenrahm und wirklich nur eine Spur geriebener Muskat.
Jetzt dürfen Sie richtig mixen, bis eine geschmeidige, streichfähige Paste entstanden ist, die Sie in eine kleine Schüssel geben und zuletzt die gehackte Petersilie unterziehen. Füllung fertig.

Die Erbsen werden blanchiert, das heisst: für 2 Minuten in sprudelnd kochendem Salzwasser zum Baden geschickt, das Wasser abgegossen und die lustigen Kügelchen beiseite gelegt.

Um das Mark aus den Knochen zu befreien, kommen diese für kurze Zeit in kaltes Wasser. So lässt sich das Mark ganz einfach aus dem Knochen drücken.

Jetzt werden Ihre Schnitzel, wie gelernt, dünn geklopft.
Sprechen wir noch mal vom "Dünnklopfen". Wenn Sie irgendetwas das nach Fleisch aussieht, dünn klopfen müssen, dann in der Weise, dass die Fasern des Fleisches noch irgendwie zusammenhängen.
Also nicht so, als ob Sie aus dem Knast heraus die wunderschöne Aussicht auf die Gegend betrachten würden und alle Einzelheiten genau erkennen können.
Sie haben's natürlich voll gecheckt…bravissimo! Unheimlich was Sie so alles auf dem Kasten haben!

Je nach Grösse Ihrer Schnitzel halbieren Sie diese, oder auch nicht, bestreichen sie dünn mit der Füllmasse und rollen sie zu wunderschönen Würstchen auf. Nun verschliessen Sie die Dinger mit einem Zahnstocher. Das ist nötig, denn sonst machen die Lieben, nachher in der Pfanne, was ihnen so grade in den Sinn kommt.

Genug der Vorbereitung und der Gottardo-üblichen Belehrungen.

Nicht zuviel Olivenöl in die Bratpfanne mit hohem Rand, sehr gute Hitze geben, die Involtini beidseitig nur kurz anbraten und raus aus der Pfanne mit den Jungs.

Die Hitze auf die Hälfte reduzieren, die Gehackte Zwiebel und Knoblauch anziehen, mit einem guten Spritzer Weissein ablöschen und gut einreduzieren lassen.

Nun giessen Sie mit einem halben Liter heissem Wasser auf, lösen den Würfel Hühnerbrühe darin auf, geben das Knochenmark dazu und lassen die Sache ein wenig einkochen. Abschmecken mit Salz und Pfeffer.

Die beiseite gelegten Involtini haben inzwischen beinahe eine Erkältung eingefangen. Na ja, dann rein damit in das herrliche Sösschen, gefolgt von den Erbsen und alles schön ziehen lassen.

Zuletzt heben Sie noch etwas Kochrahm und den Esslöffel kalte Butter unter, schmecken nochmals ab und…na ja Sie wissen ja schon…!

Dazu passt hervorragend ein Kartoffelpüree, irgendein knackig gedämpftes Gemüse, oder ein Salat. Lassen Sie sich etwas einfallen.

Gottardo garantiert Ihnen. Was Sie da Ihrem Gaumen zuführen ist schlicht und einfach "Orgasmusverdächtig"!

Um das Ganze nicht noch ausführlicher zu beschreiben und dabei Gefahr zu laufen,
von irgendwelchen Sittenknilchen zensiert zu werden, wenden wie uns zwischendurch einem zulässigen Aphrodisiakum zu.

Bemühen wir einfach noch mal unseren Felsen in der Küchenbrandung und probieren der guten Nicolina eine weitere Köstlichkeit abzuschwatzen. Coniglio con Polenta (Kaninchen mit Polenta)

Kaufen Sie bei Ihrem Metzger ein frisches Kaninchen und lassen es bei dieser Gelegenheit auch gleich noch in Vorder -Hinterläufe und den Rest in drei bis vier Teile Zerlegen. Den Kopf des Coniglio brauchen wir nicht, denn denken müssen nur noch Sie.
Zuerst mal werden Sie das Fleisch marinieren. In eine Schüssel kommen zuerst die Fleischstücke, dann ein paar Pfefferkörner, zwei Salbeiblätter, ein schöner Zweig Rosmarin, zwei Zehen Knoblauch, vier zerdrückte Wachholderbeere, eine kleine, geviertelte Zwiebel und zuletzt giessen Sie mit einem kräftigen, trockenen Rotwein auf, bis das Fleisch leicht bedeckt ist. Mit Frischhaltefolie abgedeckt geht die ganze Sache, mindestens eine ganze Nacht lang, im Kühlschrank schlafen.
Für die Zubereitung braucht es folgendes:

Ihren guten, gusseisernen Schmortopf, den Sie jetzt schon ein paar Mal bemüht haben. Mit Deckel, versteht sich.
Eine grosse, oder zwei kleinere, rote Zwiebeln, mittelgrob gehackt.
Drei Zehen Knoblauch
Eine Karotte, in Würfel geschnitten
Eine gelbe Paprika, in längliche Stücke geschnitten
Rosmarin, Thymian, Salz, Pfeffer,
Tomatenpüree aus der Tube, zwei Sardellenfilets aus dem Döschen
Olivenöl, trockener Rotwein, ca. einen halben Liter Gemüsebrühe
Die Zustimmung der Nonna Nicolina…..Ist erteilt! Dann schnell weiter, bevor sie es sich anders überlegt.
Polenta und eine gute Hand voll grüner Erbsen, die in Salzwasser gegart, aber noch bissfest, bereit liegen.

Können Sie sich diese Köstlichkeit bereits vorstellen? Riechen Sie jetzt schon die herrlichen Düfte, die aus Ihrem Topf steigen? Wenn nicht, dann fragen Sie doch mal Ihre Nachbarn.
Gehen wir ans Werk.

Zuerst mal die Kaninchenstücke aus der Marinade heben und mit Haushaltpapier sehr gut trockentupfen. Die sehen aus als ob sie zu lange an der Sonne gelegen hätten. Nicht erschrecken, das ist nur der Wein, der ins Fleisch eingedrungen ist.

Olivenöl in Ihren Schmortopf und mit Vollgas erhitzen. Brennen soll das Oel ja nicht gerade, aber schön heiss werden.
Nun braten Sie die gesalzenen und gepfefferten Fleischstück portionenweise scharf an, so dass sie sehr gut Farbe annehmen, heben diese aus dem Topf, legen sie beiseite und reduzieren die Hitze.
Jetzt schön der Reihe nach. Im herrlichen Fond der sich hoffentlich braun und nicht schwarz gebildet hat, ziehen Sie die Zwiebeln und den Knoblauch, zusammen mit dem Rosmarin, dem Thymian und ein wenig des Tomatenpürees an. Schön umrühren gell! Nun folgen die Karotten und die Paprika.
Alles zusammen ein wenig ziehen lassen, mit reichlich Rotwein ablöschen, die Hitze wieder erhöhen und den Wein auf einen Drittel reduzieren.
Il Coniglio wartet bereites sehnsüchtig auf seinen Einsatz, OK, rein in die gute Stube.
Unter Beigabe der Sardellenfilets, mit Gemüsebrühe aufgiessen, bis das Fleisch knapp bedeckt ist.
Nun den Deckel drauf und auf kleinster Flamme mindestens eine Stunde schmoren lassen.
Zwischendurch halten Sie sich irgendwo fest, wenn Sie den Deckel heben, um nachzuschauen, ob genügend Flüssigkeit vorhanden ist, denn was Ihnen entgegenkommt, ist der "wahre Duft der italienischen Küche". Wenn nötig, mit etwas Brühe und Wein aufgiessen, probieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Auf die Nachbarn, die vor lauter Verzückung nahe daran sind durchzuknallen, gehen wir nicht weiter ein.

Die Polenta bereiten Sie, wie schon gelernt, zu. Nur mit dem unterschied, dass beim Ziehen lassen, noch vorsichtig die gekochten Erbsen untergehoben werden.
Gelb und Grün….sieht affengeil aus und schmeckt hervorragend.

Dazu Tischen Sie nur noch ein grünen, mit Olivenöl, Weinessig, Salz und Pfeffer angemachten, Salat auf und reichen dazu frisches Weissbrot und den Wein, den Sie zum Kochen verwendet haben.

Es bereitet Gottardo riesen grosse Freude zuzuschauen, wie Sie alles so wunderbar hingekriegt haben und am liebsten würde er sich zu Ihnen an den Tisch setzten.

Sicher, man kann eine halbe - oder sogar eine ganze Ewigkeit über die Kocherei diskutieren, philosophieren, streiten bis die Köpfe rauchen. Alles Mumpitz, denn das einzig Wahre liegt im selber Machen, im selber Kochen und im selber Ausprobieren.
Ja sogar improvisieren und experimentieren, wenn man mal seine Linie gefunden hat.
Leider kann man so eine Nonna Nicolina, wie diejenige von Gottardo, nicht einfach im nächsten Geschäft um die Ecke, kaufen. Darum, liebe Amici, hauen Sie doch zwischendurch einfach rein und versuchen ohne Rezeptbuch etwas Köstliches hinzukriegen.
Gottardo ist sich todsicher, dass es hinhauen wird. Und noch was liebe Freunde. Eventuell schon mal dran gedacht, Ihre Ferien in eine kulinarische Tour, durch kleine italienische Städtchen und Dörfer, zu investieren?! Probieren, erkunden, den Küchenengeln über die Schulter zu schauen und ihnen Löcher in den Bauch zu fragen. Sie werden garantiert nirgends auf taube Ohren stossen und als neuer Mensch zurückkommen.


 Dolci…Süssspeisen!!!! Oder frei übersetzt, Hüftgold.

"Innovation", überall… zu jeder Zeit und auch in der Küche. Heutzutage in aller Munde. Warum denn eigentlich? Vergessen wir das doch einfach mal. Schauen wir doch mal ganz simpel nicht hin, wenn sich sogenannte Superstars, Promis und noch so ein paar Kochspinner, in den unzähligen Kochsendungen die uns über die Flimmerkiste unter die Weste geschoben werden, mit gestörten Kombinationen förmlich überschlagen. Natürlich nur um den so wichtigen, fraglichen, ersten Preis zu gewinnen, und sich aufzuplustern, wie eine Henne oder ein Gockel. Scheiss drauf..! Greifen wir zurück auf Altbewährtes, auf die gute alte Nonna-Kochkultur. Sie werden sehen, auch bei süssen, natürlich italienischen Verführungen, haut das voll hin und ist sehr spannend, auch wenn nicht von überall her, Orden verteilt werden.


Also, wir hätten da zuerst mal: Erdbeeren mit Balsamico-Essig.

Die Zubereitung dieser Köstlichkeit ist so leicht und derart einfach, dass es fast schmerzt. Weight-Wathers Jüngerinnen und Jünger, sofern sich solche überhaupt noch in Ihre Wohnung wagen, müssen nicht mal in Ihrer Food-Bibel nachschlagen, um sich zu versichern, ob sie dieses Zeugs anrühren dürfen.

Lange Rede, kurzer Sinn. Folgendes braucht es zur Zubereitung dieser wunderbaren Nachspeise, für vier bis sechs Personen


500  gr  Frische, halbierte Erdbeeren.
60    ml  Aceto Balsamico, dunkel.
2      El  Feiner Zucker
2      Tl  Zitronensaft
Ein paar frische Pfefferminzblätter.

Geben Sie zuerst Ihre Erdbeeren in eine Glasschüssel.

In einem kleinen Topf, den finden Sie sicher irgendwo, erhitzen Sie Balsamico, Zucker und Zitronensaft, bis sich die drei Gesellen schön verbinden, stellen das Töpfchen beiseite und lassen die Sache abkühlen.

Diese köstliche Flüssigkeit giessen Sie nun über Ihre roten Freunde, geben die Pfefferminzblättchen dazu und  mischen die ganze Sache sehr vorsichtig.

Fertig, finito und passt hervorragend zu Vanilleeis.

So simpel und einfach können Sie sich selber und auch den kulinarisch fortgeschrittensten Ihrer Gäste, ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Hand aufs Herz, liebe Freunde. Es sind doch immer die einfachen Dinge, die einem, sowohl im Leben, wie auch in der Küche so unheimlich viel Freude bereiten. Wenn Sie Ihre Töpfe so richtig zum Dampfen bringen und Ihre Gäste, egal welcher Gesichtsfarbe, egal welcher Herkunft, an einem Tisch zusammenbringen um sich gemeinsam irgendeine Ihrer Köstlichkeiten, zu Gemüte zu führen. Das ist es doch einfach, was Ihnen die ultimative Gänsehaut verschafft!

Von wegen Gänsehaut: Da wäre noch so ein Ding, das immer und voll hinhaut:
Panna cotta.
Passt immer, knallt voll ins Gehirn und lässt sich wunderbar mit Ihren Balsamico-Erdbeeren, oder gemischten, warmen Waldbeeren kombinieren.

Wieder einmal, braucht es dazu herzlich wenig;

450 ml Crème double, oder einfach Mascarpone
4 El Zucker
3 Blatt Gelatine. In einem Schüsselchen mit kaltem Wasser eingelegt, bis sie schön schludrig werden.
1 Beutel Vanillezucker.

Erwärmen Sie zuerst Mascarpone-oder Crème double, zusammen mit dem Zucker und dem Vanillezucker, in einem kleinen Topf, auf niedrigster Stufe. Lassen Sie alles ca. drei Minuten leicht vor sich hin köcheln.

Nehmen Sie Ihr Töpfchen vom Herd, drücken die Gelatineblätter von hand aus und lösen diese im heissen Mascarpone auf. Fertig ist Ihre Köstlichkeit.

Nun brauchen Sie die Panna cotta nur noch in kleine Schälchen, oder Espresso Tassen abzufüllen, mit Frischhaltefolie abzudecken und im Kühlschrank fest werden zu lassen.
Schauen Sie dabei unbedingt, dass alle Schälchen gleich gefüllt sind, denn sonst laufen Sie Gefahr, dass an Ihrem Tisch urplötzlich eine gewaltige Schlägerei los geht!

Damit das anschliessende Stürzen auf die Serviceteller leichter geht, tauchen Sie Ihre Schälchen kurz in heisses Wasser.

Gottardo will Sie nun noch zu einem süssen Traum verführen, den die gute Nonna Nicolina absolut nur zu so ehrwürdigen Festivitäten wie: Beerdigung, Hochzeit, oder Taufe, auftischte.
Die Rede ist von Pesce al Forno (Gebackene Pfirsiche)

Sie benötigen dazu Folgendes:

4 Reife aber nicht zu weiche Pfirsiche
50 gr Amaretti. Das sind die unverschämt guten Kekse, die so… unglaublich gut zum Kaffee schmecken.
1 Spritzer, ca.einen Esslöffel, süsser Marsala
20 gr gemahlene Mandeln
1 Eigelb
1 Esslöffel Zucker
Etwas frische Butter. Keine Margarine, gell !
Puderzucker

Zuerst mal, halbieren Sie die Pfirsiche und entfernen die Steine.

Nun zerkleinern Sie die Amaretti in Ihrer Küchenmaschine. Keine da? Dann schlagen Sie die Dinger in ein Küchentuch und traktieren die armen Kerle mit Ihrem, hoffentlich vorhandenem, Wallholz.
Achten Sie allerdings darauf, dass Sie nicht Ihren ganzen Frust an den süssen Kleinen auslassen, denn etwas Struktur sollten diese doch noch aufweisen und nicht aussehen wie braunes Mehl.

Rein damit in eine Schüssel und mischen Sie den Marsala, die Mandeln, das Eigelb und den Zucker unter.

Mit der entstandenen Masse füllen Sie die halben Pfirsiche, bestreichen auch die ganze Schnittfläche und legen diese fein säuberlich auf Ihr Backblech.

Nun geben Sie auf jede Hälfte noch ein kleines Stück Butter, schieben die hübschen Dinger in die Mitte Ihres, auf 180 Grad vorgeheizten, Ofens und backen diese ca. 20 bis 30 Minuten.
Vor dem Servieren bestäuben Sie Ihre Schönheiten noch mit etwas Puderzucker.

Sollte sich unter Ihren Gästen irgendein Pfirsichallergiker eingeschlichen haben, dann war das ganz einfach Pech. Ansonsten garantiert Ihnen Gottardo absoluten und durchschlagenden Erfolg!




Nun, sehr geschätzte Amici der unumstösslich einzig wahren und nur durch selber Kochen, wirklich nachvollziehbaren Cucina Italiana, entlässt Sie Gottardo vorübergehend aus seinen Fingern.
Denken Sie allerdings keine Sekunde daran, dass Sie nun in aller Ruhe in Ihrer Küche, irgendetwas nicht italienisches, zusammenstiefeln können!

Schon vergessen…..?   Die Nonna Nicolina !

Zuguterletzt hier noch eine kleine, kulinarische Geschichte aus dem Paradies der Genüsse:

Fiorella, die Küchenhilfe des Hotels an der adriatischen Küste, hatte den Feriengast Gottardo schon lange im Visier.
Er war nämlich der einzige Gast, der sich beim Essen wirklich Zeit liess, die Nerven der Abwaschbrigade bis aufs äusserste strapazierte, weil er alle Köstlichkeiten mit Musse genoss und sich einen Dreck darum scherte, möglichst schnell wieder an den Strand zu kommen. So geschah es eines schönen tages, dass ihn Fiorella wagemutig ansprach.
"Sente Signore, ich und mein Küchenchef haben Sie die letzten Tage ganz genau beobachtet. Sie können unmöglich ein Schweizer sein. Im schlimmsten Fall ein Halb-Italiener. Sagen Sie mir, habe ich recht, denn dann hätte ich durch die Wette mit meinem Capo di Cucina, 10`000 Lire gewonnen?"
Als ihr der komische Gast erwiderte: " Lei ha Ragione (Sie haben Recht), hörte Gottardo, wie in der Küche draussen ein paar Pfannen, ein wenig lauter auf die Arbeitsfläche geknallt wurden als normalerweise.
So kam es, dass Gottardo von Fiorella, zu einem kleinen Imbiss auf dem Lande, bei ihrer Familie, eingeladen wurde.

Den Smoking hatte er nicht dabei. Allerdings kleidete er sich mit dem Besten ein, was sein Koffer hergab und wurde vom Hotel abgeholt. Die Empfangsbrigade bestand aus einem Fiat 500, Fiorella am Steuer, den drei Cousinen, Adriana, Diomira und Marietta, zusammengequetscht auf dem feudalen Hintersitz und einem freien Beifahrersitz, für den Ehrengast. Alle waren augenblicklich verliebt in Gottardo…! Irgendwie ein echter Indianapolis-Start.

Die Fahrt zog sich hin..und hin…und während der ganzen Zeit gab Gottardo bereitwillig Auskunft auf alle Fragen wie: "Welches ist deine Schuhgrösse, wie heisst deine Mutter, isst du gerne Pasta, usw.?"
Dann kam sie doch noch, die ultimative, alles entscheidende Frage. "Und welcher ist denn eigentlich Dein Lieblings-Modedesigner?"
Plötzlich war es totenstill in dem kleinen Gefährt. Alle warteten gespannt auf seine Antwort. Sogar der Cinquecento schien nicht mehr so laut zu knattern, wie vorher.
"Also da muss ich keine Sekunde überlegen. Da gibt's für mich selbstverständlich nur einen einzigen: Nämlich Giorgio Armani!"
Unbeschreiblich, was daraufhin für eine Show ablief. Die Mädels waren allesamt von den Socken. Ihre Freudenschreie schienen sogar den Kleinen Fiat wieder auf Vordermann gebracht zu haben, denn die nächste Linkskurve schaffte Fiorella buchstäblich nur noch in letzter Sekunde und nur auf zwei Rädern. Alles unwichtig, denn Gottardo hatte ganz einfach mitten ins Schwarze der vier heftig pochenden Damenherzen getroffen.

"Da oben….siehst du Gottardo, da fahren wir hin!"
Gottardo erspähte in weiter Ferne einen Bauernhof, der den Anschein machte, direkt vom Himmel auf einen Hügel gefallen zu sein. Jetzt pochte auch sein Herz eine schöne Portion heftiger, denn die Sonne zeigte ihr allerschönstes Gesicht und die Landschaft war schlicht und einfach umwerfend.

Es wurde nicht lange gefackelt und sofort zu Tisch gebeten. Das Wort Tisch war in diesem Falle eigentlich stark untertrieben, denn die sehr zahlreiche Gastgeberfamilie musste ja irgendwo plaziert werden. So wurde kurzerhand alles zusammengetragen, was irgendwie vier Beine hatte und aussah wie ein Tisch. In einer Reihe, zwischen zwei Pfirsichbäumen aufgereiht, mit schneeweissen  Bettlaken gedeckt, entstand somit eine beachtliche Tavolata.

Natürlich wurde Gottardo zuallererst in den Stall bugsiert, in welchem drei, auf Hochglanz polierte Kühe darauf warteten, vom Ehrengast begutachtet und natürlich wortreich gelobt zu werden. Es folgten dann noch vier Ziegen, zwanzig Hühner, eine stattliche Anzahl Kaninchen, die doppelläufige Schrotflinte des Hausherrn und der Hofhund.
Fiorella und ihre drei Cousinen wichen keinen Zentimeter von Gottardo. Wann immer sich die Gelegenheit ergab, steckten sie ihre Köpfe zusammen, tuschelten und kicherten wie wild und schmiedeten bestimmt total ausgefeilte Heiratspläne.

Als Gottardos Magen lautstark begann, seinen Hunger zu verkünden, begab sich die Prozession schnurstracks an den Tisch, welcher in der Zwischenzeit mit bestimmt einer Million geblümten, gestreiften und gepunkteten Tellern übersäht war.

Alles begann mit einem tüchtigen Schluck des herrlichen, vom Nonno der Familie eigenhändig erzeugten, roten Hausweines. Als die Farbe sämtlicher Gesichter nicht mehr von derer des Weins zu unterscheiden war ging es dann wirklich zur Sache.

Der Startschuss, in Form eines wahren Feuerwerkes an Antipasti, hätte jeden Trattoriabesitzer der ganzen Schweiz unverzüglich veranlasst, seinen Laden auf der Stelle und für immer zu schliessen!
Gebratene Zucchini-Scheibchen mit einem Hauch von Knoblauch und ein paar Körnern groben Salzes.
Sonnengetrocknete Tomatenscheiben, in Origano aromatisiertem Olivenöl eingelegt.
(Dass das Olivenöl von den knorrigen, über hundertjährigen, das Haus umringenden Bäumen stammte, versteht sich von selbst)
Im Ofen gebackene, mit köstlichem Hackfleisch gefüllte Peperoni, natürlich in drei Farben.
Artischockenböden mit einem klacks Safran-Sahnesauce.
Mit gebratenem Speck gefüllte, geschmorte, kleine Zwiebeln.
Gebratene Reisbällchen mit einem Schuss Balsamico Essig.
Oberginen-Röllchen, gefüllt mit Kartoffelpüree und einem Hauch Thymian.
Mit gedünstetem Spinat gefüllte Peretti Tomaten.
Dann natürlich noch hauchdünn geschnittener Mortadella, Rohschinken, Coppa, Pancetta und nicht zu vergessen einen Salami, den die Bezeichnung göttlich, nur sehr wage zu beschreiben vermag.
Dazu wurde noch ein frisch gebackenes Fladenbrot gereicht und Gottardo war endgültig hin.

Anschliessend folgte dann noch ein Minestrino, in dem sich zwei ausgewachsene Suppenhühner die grösste Mühe gaben, zum hervorragenden Geschmack und den vielen Fettaugen, die obenauf schwammen, beizutragen.

Als nächstes folgte der primo Piatto, in form von Spaghetti al Sugo di Pomodoro della Famiglia.

Dann wurden kurzgebratene Kalbsschnitzel aufgetragen, begleitet von einer beachtlichen Anzahl von Schüsseln mit traumhaftem, gemischtem Salat.

Für den Abschluss mussten noch ein paar Kaninchen ihr Leben lassen. Die wurden im Rotwein und mit viel Rosmarin, im Backofen geschmort.

Den Nachtisch nahm Gottardo nicht mehr richtig wahr, denn er war einer Ohnmacht sehr nahe und musste schleunigst ins Hotel zurückverfrachtet werden.

Soviel zum kleinen Imbiss.

Nun, liebe Kochfreunde, liebe Amici. Das wars……bis auf Weiteres, ci vediamo.

Es hat Spass gemacht, mit Ihnen kochen zu dürfen.

 


involtini
Vitello Tonnato

Arrosto al Barolo
Lammsugo

Reissalat
Pesto im Glas mit oliv öl bedeckt haltbar
Panna cotta
Lauchrollen mitgorgonzola gratiniert pan Mehl


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©Gottardo
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