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Kurzromane
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... anderes Denken.
Was war aus Lena geworden? Hatte sie sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen können? Egal was hier die Tür geöffnet hatte, es musste mindestens auch diesen großen Schreibtisch rücken können. Zwei Personen könnten das schaffen, überlegte Ben.
Sein Blick blieb an dem weißen Laken hängen, mit welchem er Lena zugedeckt hatte. Jetzt lag es als wildes Knäuel auf dem Boden. Ben hob es auf. Der faulige Gestank war nicht zu überriechen. Er schlug die Falten auseinander. In der Mitte zeigte sich ein feuchter, schleimig-blutiger Fleck. War das Lenas nässende, eitrige Verletzung gewesen? So groß! Ben schüttelte den Kopf, warf den Lappen achtlos zu Boden und stürmte nach draußen.
Vielleicht hätte er Lena nie allein lassen sollen? Vielleicht hätte er sich aber auch niemals mit ihr treffen sollen. Das böse Gefühl in der Magengegend! Vielleicht war aber genau das auch seine einzig richtige Entscheidung heute Abend gewesen?
Auf alle Fälle würde er jetzt schleunigst zum nächsten Polizeirevier eilen und sich danach aus dem Staub machen. Und zwar so weit weg, wie möglich!
Die Polizeistunde
Benjamin Wagner eilte die verlassene Straße entlang. Langsam meinte er, sich an den leeren, toten Anblick der Innenstadt um diese Urzeit zu gewöhnen. Sein Blick glitt zur Uhr. Halb vier! Bis zur Dämmerung waren es also noch ein paar Stunden. Bens Herz raste. Er gönnte sich kaum mehr eine Verschnaufpause. Er passierte Querstraßen, ohne nach rechts oder links zu sehen. Schließlich wusste er, dass es dort nichts gab, worauf er aufpassen musste.
Mit Lena durch diese leeren Straßen zu wandern schien bedrohlich. Doch völlig allein durch die undurchdringliche Nacht zu schleichen war noch etwas völlig anderes. Ben schüttelte die Gedanken ab. Er wollte alles so schnell wie möglich hinter sich lassen, weiter nichts.
Die Revierzentrale war ein unauffälliges Gebäude in der langen Häuserzeile und so wäre Ben um ein Haar dran vorbeigelaufen. Lediglich ein goldener Stern auf einem Schild zu beiden Seiten des Eingangs wies darauf hin.
Er sprang die Treppe hinauf und hielt vor der Eingangstür keuchend inne, um zu Atem zu kommen. So würde er kein einziges Wort herausbringen. Was sollte er denen überhaupt erzählen? Das etwas ...
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©Anthony Tinamis
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